Ab September oder Oktober 2019 sollen die öffentlichen Einrichtungen auf dem Rappenstein zentral mit Nahwärme versorgt werden. Der Gemeinderat Laufenburg stimmte am Montag der Entwurfsplanung des Ettlinger Ingenieurbüros RBS Wave für ein Nahwärmenetz zu. RBS wurde auch mit der Werkplanung und Ausschreibung beauftragt. Mit dem Bau soll im Juli begonnen werden. Das Büro veranschlagt die Kosten auf 660.000 Euro netto. Aus einer Heizzentrale in der Rappensteinhalle sollen der Neu- und Altbau der Hans-Thoma-Schule, der Kindergarten Rappenstein, die Kinderkrippe Löwenburg sowie möglicherweise auch der Pfarrsaal und das Pfarramt Heilig Geist versorgt werden. Private Anlieger hätten kein Interesse an einem Anschluss gezeigt, so die Stadtverwaltung.

Weniger Kosten und weniger CO2

Im Verbund sollen die Einrichtungen kostengünstiger und umweltfreundlicher versorgt werden als bisher. Im Augenblick werden die Rappensteinhalle, der Neubau der Thoma-Schule und der Kindergarten Rappenstein gemeinsam versorgt, die anderen Einrichtungen besitzen eigene Anlagen. Ingenieur Tim Kazenmaier konnte zwar nicht konkret sagen, wie viel CO2 durch die Verbundlösung eingespart werden. Die Wärmegestehungskosten bezifferte er auf 8,7 Cent pro Kilowattstunde. Dies sei nicht nur wesentlich günstiger als der deutsche Durchschnittswert von 25 Cent, sondern liege auch unter den 10 Cent von Heizungsneuanlagen.

Kirche will genaue Daten

Zur möglichen Beteiligung der katholischen Kirchengemeinde erklärte Kirchengemeinderatrs erklärte am Dienstag der Pfarrgemeinderat und stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrats, Peter Meister, dass sowohl die Kirchengemeinde, der das Pfarrheim gehört, als auch die Liegenschaftsverwaltung des Landes, dem das Pfarrhaus gehört, bereits im Januar in einer Gesprächsrunde im Rathaus die grundsätzliche Bereitschaft erklärt haben, sich am Nahwärme-Konzept zu beteiligen. Eine Entscheidung darüber könnten beide Seiten erst treffen, wenn genaue Daten zu laufenden und einmaligen Kosten vorlägen. Dies sei bisher nicht der Fall gewesen.

Blockheizkraftwerk für Grundlast

Nach Kazenmaiers Konzept deckt ein gasbetriebenes 185 Kilowatt-Blockheizkraftwerk die Wärmegrundlast, die 75 Prozent des Bedarfs ausmacht, zwei 400 Kilowatt-Gaskessel decken im Winter die Wärmespitzenlast. Das Blockheizkraftwerk versorgt zusätzlich die Rappensteinhalle und den Kindergarten Rappenstein mit Strom, so dass diese auch bei einem Netzausfall über Elektritzität verfügen würden. Von den Investitionskosten in Höhe von 660.000 Euro entfallen 260.000 auf das Blockheizkraftwerk und die anderen Komponenten der Wärmeerzeugung, 115.000 Euro auf den Bau des Wärmenetzes und 65.000 Euro auf die Planungskosten. Die jährlichen Vollkosten im umgünstigsten Fall bezifferte Kazenmaier auf 90.000 Euro. Noch muss geprüft werden, ob unter Berücksichtigung von Steuern und Zuschüssen besser die Stadt direkt oder die Stadtwerke den Betrieb übernehmen sollen.

Grundsätzliche Zweifel von Terbeck

Grundsätzlichen Zweifel an Kazenmaiers Berechnung äußerte Stadtrat Robert Terbeck (SPD), der als einziger auch gegen die Umsetzung des Konzepts stimmte: "Ich sehe hier eine Investition, die sich niemals lohnen wird." Wesentlich kostengünstiger als die Schaffung eines Verbunds sei die Sanierung der einzelnen Heizungsanlagen, so Terbeck.