Laufenburg Nachwuchsmusiker setzen ersten Akzent bei Laufenburger Kulturtagen

Das neue Festival „Junge Klassik“ eröffnet die Laufenburger Kulturtage. Lorenz Chen, Gabriela Fahnenstiel, Natalia Dauer und Stefano Musso überzeugen das Publikum. Zwei Zugaben nach starkem Beifall im Laufenburger Schlössle.

Das Spektakulärste rund um das in die Laufenburger Kulturtage integrierte neue Festival unter dem Namen Junge Klassik war der Transport des Leihflügels. Das Publikum im Saal des Schlössles merkte gleich, dass da nicht mehr der altgediente Yamaha-Flügel stand, sondern, wie Brigitte Chymo vom Kulturamt sagte, „ein Rolls-Royce“ als Mietinstrument. Der Steinway war per Kranwagen inklusive Polizeieinsatz auf die Feuertreppe des Schlössles gehievt worden.

Viel Aufwand, der sich aber hörbar lohnte. Die jungen Musiker haben berechtigten Anspruch auf Klangqualität, und die Zuhörer sowieso. In Anbetracht des Umstands, dass sie nicht viel Zeit zum Proben hatten, war das musikalische und klangliche Ergebnis beim ersten der beiden Festivalkonzerte, einem Kammermusikabend, umso erstaunlicher. Sie spielten ein Programm, mit dem sie auch andernorts auftreten, auf hohem Niveau. Zu hören war auch, dass die bei renommierten Professoren ausgebildeten Nachwuchsmusiker Vorbilder haben, aber doch selber wissen, wie sie die Musik gestalten.

Im ersten Teil gab es Duos für unterschiedliche Besetzung. Alle vier bemühten sich zu Beginn gleich zwei Mal um Beethoven, ambitioniert, mit der nötigen Ausdruckskraft. Cellistin und Initiatorin Natalia Dauer und Lorenz Chen gefallen im Duo für Violine und Cello mit sauberen Saitenübergängen, Gabriela Fahnenstiel und Chen in der Violinsonate Nr.1 mit schöner Lebendigkeit und gutem Dialogisieren im Variationenwerk.

Mit romantischer Emphase spielen Letztere Schumanns Violinsonate a-Moll op.105, der Geiger mit zunehmend mehr Gelöstheit als bei Beethoven, beide mit expressiver Musikalität und hohem Ausdrucksvermögen. So wird diese Perle der Romantik zu einem Höhepunkt vor der Pause.

In der Cellosonate von Carl Reinecke wird Natalia Dauer von Stefano Musso begleitet, einem sehr ausgereift spielenden Pianisten, der gestalterische Impulse und poetische Virtuosität einbringt. Von Seiten der Cellistin gibt es hier die nötige Intensität und ein frisches, zupackendes Spiel, im Kopfsatz und im Lento einen singenden Ton, und ein fast swingendes Intermezzo. Dauers schwelgerischer Celloklang wird zur Ohrenweide. Ein wahrer Fund also, diese Reinecke-Sonate, aufgeführt von zwei romantischen Spurensuchern!

Ein starker Kontrast dazu waren die „Vier Jahreszeiten“ von Astor Piazzolla für Klaviertrio, mit dem das Trio Dauer, Fahnenstiel und Chen bewies, wie flexibel doch Piazzollas Musik ist. Im „Sommer“ erfreut die Geige mit blühendem Ton, das Cello im „Herbst“ mit melancholisch gefärbtem Touch. Raffiniert, wie die klassischen Musiker hier von Klassik und Romantik auf den konzertanten NuevoTango umschalten konnten.

Die ansteckende virtuose Frische und die spezielle Tango-Atmosphäre gefiel dem Publikum sehr und provozierte starken Beifall. Die jungen, aufstrebenden Künstler bedankten sich mit zwei Zugaben und waren danach sichtlich geschafft, aber glücklich.

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