Am Tag nach dem Guggenfestival drehten die Laufenburger Narren noch einmal ordentlich auf. Dank Nachtumzug und Häxefüür am Samstagabend kam die Altstadt erneut nicht zur Ruhe. An Schlaf war nicht zu denken, denn unzählige unheimliche Gestalten huschten scheppernd und rasselnd durch die Gassen. 65 Gruppen von beiden Seiten des Rheins waren angekündigt, aber wahrscheinlich waren noch mehr am Umzug beteiligt. Denn immer wieder waren kleine Formationen auszumachen, die auf keinem Programm erwähnt waren – Narren sind halt flexibel und unberechenbar.

Das 15. von den Waldgeistern Rhina und den Laufenburger Stadthäxen organisierte Häxefüür bot wieder einiges für Auge und Ohr: viele Guggenmusiken, noch mehr Hexen und einige doch recht gruslige Masken, wie etwa diejenige vom Hohlgass-Pass aus Sargans, die vor allem den Kindern das Fürchten lernten. Und, ach ja, die kreischenden Mädchen waren auch da, sehr zur Freude der besenschwingenden, mit funkelnden Augen tanzenden Geister. Wie es sich für einen Nachtumzug vom Laufenburger Kaliber gehört, gab es einige Begegnungen der unheimlichen Art. Was mancherorts wiederum zu psychologischen Gesprächen führte, ob die Kinder mit den seltsam vermummten Gestalten klar kommen. Kamen sie, zumal die Unheimlichen gerne Süßes verteilten. Da gingen die Kinderhände auf, als ob der Osterhase sich ein Stelldichein geben würde.

Die Namen der Umzugsteilnehmer ließen aufhorchen: Grischalottas Falera aus Ilanz, Deifelzunft aus Niedereschach, Höllen-Dämonen aus Bonndorf, Höllochhexen aus Winterthur oder die Däninger Dübbaggeischder ließen erahnen, was auf das Publikum in der Altstadt und auf der Laufenbrücke zukommen würde. Oder die Teufel vom Teufelskamin aus Herrenwies, die Hochsaler Höllenknechte, die Chanderner Hexen – die waren nicht gekommen, um Nettigkeiten auszutauschen, sondern um Furcht zu verbreiten. Was ihnen bestens gelang, besonders dann, wenn sie den Gesichtern der Zuschauer ganz nah kamen. Nach dem Umzug wurde in der Codman-Anlage das Häxefüür entzündet und gab es eine feurige Show der Waldgeister Rhina. Die Nacht der Häxen und Dämonen war lang.