Kurz nach seinem sechswöchigen Stipendiums-Aufenthalt als „Burgschreiber zu Laufenburg“ in Laufenburg/Schweiz und seinem Umzug in die badische Stadt, ließ Markus Manfred Jung am Mittwochabend nun die Zuhörer im „Buch und Café am Andelsbach“ an seinen literarischen Notizen im Rahmen seines grenzüberschreitenden Literatur-Stipendiums teilhaben.

Der "Burgschreiber zu Laufenburg", Markus Manfred Jung, präsentierte bei einer Lesung Kostproben seines Schaffens.
Der "Burgschreiber zu Laufenburg", Markus Manfred Jung, präsentierte bei einer Lesung Kostproben seines Schaffens. | Bild: Charlotte Fröse

Markus Manfred Jung ist in Laufenburg kein Unbekannter, denn schon öfter erfreuter er dort Zuhörer mit diversen Lesungen. Mit Laufenburg verbinde ihn aber noch mehr, wie er berichtete. So auch das Bühnenstück „Blutschuld vo Laufeburg“, das er für die Theatergruppe Heilig Geist anlässlich des Stadtjubiläums „800 Jahre Laufenburg“ geschrieben hatte.

Zum Einstieg und um den Zuhörern zu zeigen, was er so mache, las Jung zunächst einige anrührende Gedichte aus seinem Band „Am gääche Rank“. Jung betonte, dass er in erster Linie Dichter sei und er sich gerne in der rhythmischen Sprache ausdrücke. Besonders das Alemannische verleihe seinen Texte eine erwärmende Tiefe. Deutlich wurde dies auch dann, als der Schriftsteller einige seiner Texte auch im Hochdeutschen vortrug. Für das Stipendium in Laufenburg hat sich Jung mit seinem Projekt „Aufbruch“, einer Art Wandertagebuch, beworben. Auch daraus las er einige Texte. Jung betonte dazu, dass es kein Ankommen ohne Aufbruch gebe und so schließe sich der Kreis.

Erste Ergebnisse

Kurz vor Ostern stellte der Burgschreiber in der Schweizer Schwesterstadt einige seiner in Laufenburg entstandenen Texte zum Thema „Ankommen“ vor. Auch an der Lesung im Badischen trug er daraus Passagen vor. Der Blick der Zuhörer schweifte durch das Panoramafenster über den Rhein in die Schwesterstadt und ließ manche Abschnitte besonders nah erleben.

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Zu Laufenburg, der Stadt in zwei Ländern, sagte Jung: „Die eine Herzkammer schlägt schweizerisch, die andere pulst deutsch.“ Zum Ankommen auf der deutschen Seite konnte Jung noch nicht so viel präsentieren, zu kurz lebe er als Gast erst in der minderen Stadt, erklärte er. Aber er habe schon viel im Kopf. Man darf darauf gespannt sein, wie er diese Ideen in Texte verwandelt. Gelegenheit, mehr zu hören, wird es an der Abschlussveranstaltung am 25. Mai in der Stadtbücherei Laufenburg-Baden geben. Da er noch so viele Dinge in petto habe, stellte Jung in Aussicht, dass es möglicherweise ein Buch dazu gebe.

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Gastgeberin Renata Vogt sagte am Leseabend, dass die Wahl zum Burgschreiber eine große Chance, aber auch eine Bürde sei. Sie sagte: „Mit Markus Manfred Jung haben wir einen Schatz gefunden.“ Petra Gabriel, Mitinitiatorin des grenzüberschreitenden Literatur-Stipendiums, sprach den beiden Städten ihren Dank für ihre Bereitschaft aus, das Stipendium mitzutragen und gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass es in zwei Jahren eine Neuauflage des Stipendiums geben könnte.