Eltern in Laufenburg müssen ab kommendem Jahr für die Betreuung ihrer Kinder in kommunalen Einrichtungen mehr bezahlen. Der Gemeinderat beschloss am Montag ohne Gegenstimme die Gebühren in zwei Schritten anzuheben. So steigt die monatliche Gebühr für die Regelbetreuung eines Kindes aus einer Ein-Kind-Familie von derzeit 111 Euro zum 1. Januar 2020 um 5 Prozent auf 117 Euro und zum 1. September 2020 um weitere 3 Prozent auf 121 Euro. Bürgermeister Ulrich Krieger begründete die Erhöhung damit, dass die Eltern einen angemessenen Teil an den gestiegenen Betreuungskosten tragen sollten. Derzeit deckten die Elternbeiträge 15 Prozent der gesamten Kosten in Höhen von 2,6 Millionen Euro jährlich.

So erhöhen sich die Beiträge für die Kinderbetreuung (ausgewählte Beispiele für jeweils ein Kind aus einer Ein-Kind-Familie aktuell/ab Januar 2020/ab September 2020):

In einer Umfrage sprachen sich die meisten betroffenen Eltern gegen eine Erhöhung der Betreuungsgebühren aus. An drei Kindergärten seien die Eltern dagegen, nur an einem hätten sie die vorgeschlagenen höheren Gebühren befürwortet, berichtete der Bürgermeister im Gemeinderat. Um welche der fünf städtischen Kindergärten es sich handelte, wurde in der Sitzung nicht gesagt.

Stadtrat Ebner kann die Haltung der Eltern nicht nachvollziehen

Der CDU-Stadtrat und Ortsvorsteher Manfred Ebner aus Rotzel konnte die Haltung der Eltern nicht nachvollziehen: „Die Kindergärten mit der besten Ausstattung, die ziehen nicht mit. Das gibt mir schon zu denken.“ FW-Stadtrat Sascha Komposch machte auch die Kommunikation der Stadt für die ablehnende Haltung mancher Eltern verantwortlich, die Stadt mache bei der Kinderbetreuung nämlich „einen hervorragenden Job“. Nur komme das bei den Betroffenen nicht rüber.

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„Ich glaube auch, dass wir das besser hätten erklären können“, gestand Bürgermeister Krieger ein. Schließlich habe die Stadt es geschafft, eine im Kindergarten Rhina eine zusätzliche Betreuungsgruppe einzurichten. Dies sei nicht einfach gewesen, weil ausgebildete Kindergartenerzieher auf dem Arbeitsmarkt sehr gesucht seien. Allein Laufenburg habe in seinen Betreuungseinrichtungen die Zahl der Vollzeitstellen seit 2010 von 20,6 auf 45,2 mehr als verdoppelt. So habe die Zahl der Betreuungsplätze, der Umfang der Öffnungszeiten und die Qualität der Betreuung ausgebaut werden können.

Die meisten Kinderbetreuungseinrichtungen in Laufenburg befinden sich in Trägerschaft der Stadt:

Mit dieser Entwicklung einher ging ein Anstieg der Kosten für die Kinderbetreuung, die sich zwischen 2010 und 2018 von 1,3 Millionen auf 2,6 Millionen Euro verdoppelten. Nun gehe es um die Frage, welchen Anteil die Allgemeinheit und welchen die Eltern tragen sollten, sagte Krieger. Das Land, die Kirchen und die kommunalen Spitzenverbände empföhlen einen Elternanteil von 20 Prozent. Laufenburg liege derzeit bei 15 Prozent. „Die Gebühren bei uns sind bei uns deutlich niedriger als in vielen anderen Kommunen“, so der Bürgermeister. Zudem erhöhe Laufenburg die Beiträge für das laufende Kidnergartenjahr erst zum 1. Januar.

In anderen Bundesländern ist die Betreuung frei

Wie FW-Stadtrat Komposch bezeichnete auch Robert Terbeck (SPD) die Erhöhung der Elternbeiträge als sachlich berechtigt. Er wies jedoch auch darauf hin, dass in vielen anderen Bundesländern im Unterschied zu Baden-Württemberg die Kindergärten gebührenfrei seien. In dieselbe Kerbe hieb Raimund Huber (Grüne), der ebenfalls verlangte, dass statt der Eltern das Land einen Anteil an der Finanzierung der kommunalen Einrichtungen übernehmen müsse. Bei der Abstimmung enthielt sich Huber als einziger der Stimme.

Auch für die Ferienbetreuung müssen Eltern mehr bezahlen

Erhöht wurde auch die Kostenpauschale für die Ferienbetreuung von Grundschulkindern. Sie beträgt künftig 60 statt bisher 40 Euro pro Woche. Die Betreuung wird in drei Wochen der Sommerferien und in je einer Woche der Oster-und Pfingstferien angeboten. Hier enthielt sich Michaela López Dominguez (FW) der Stimme.