Die beiden Laufenburg haben am Freitag den Bau des grenzüberschreitenden Uferwegs Laufenburger Acht symbolisch mit der Enthüllung eines Informationsschilds am Kraftwerk begonnen. Das rund 2,8 Millionen Euro teure Projekt stelle viel mehr als einen Rundwanderweg dar, betonte Bürgermeister Ulrich Krieger: "Wir versprechen uns wichtige Impulse für die beiden Altstädte und betreiben damit Strukturpolitik." Stadtammann Herbert Weiss betonte: "Die Laufenburger Acht ist ein Projekt für den Tourismus aber genauso ein Projekt für die Menschen in unseren beiden Gemeinden."

Mehr als sechs Kilometer lang soll einmal der Laufenburger Uferweg sein, der über die neue Rheinbrücke, die Laufenbrücke und über das Kraftwerkdreimal den Rhein und die Grenze quert. Am deutschen Ufer ein Weg zwischen Kraftwerk und Codman-Anlage angelegt werden. Außerdem soll rechts des Rheins eine fußläufige Verbindung zwischen dem bestehenden Uferweg und dem Einzelhandelsgebiet Laufenpark sowie eine barrierefreie Verbindung zwischen Uferweg und Laufenbrücke geschaffen werden. Am Schweizer Ufer ist an der Badi der Bau eines Wohnmobilstellplatzes und an der Badstube der Bau von sanitären Einrichtungen geplant. Außerdem soll an einem noch zu bestimmenden Ort eine E-Bike-Station eingerichtet werden, wie Weiss mitteilte.

Die Gesamtkosten des Projekts werden auf rund 2,8 Millionen Euro veranschlagt. Davon entfallen 2,4 Millionen auf Maßnahmen am deutschen sowie 0,4 Millionen auf Maßnahmen am Schweizer Ufer. Die Europäische Union fördert das grenzüberschreitende Projekt über des Interreg-Programm Alpenrhein, Bodensee, Hochrhein. Bei den Maßnahmen auf Schweizer trägt die EU 30 Prozent der Kosten, bei den Maßnahmen auf deutscher Seite sogar 60 Prozent.

Patrick Obrist von der Energiedienst AG, Bürgermeister Ulrich Krieger, Stadtammann Herbert Weiss und Andreas Weiß von Interreg Alpenrhein Bodensee Hochrhein (von links) enthüllen am Kraftwerk das Baustellenschild Laufenburger Acht.
Patrick Obrist von der Energiedienst AG, Bürgermeister Ulrich Krieger, Stadtammann Herbert Weiss und Andreas Weiß von Interreg Alpenrhein Bodensee Hochrhein (von links) enthüllen am Kraftwerk das Baustellenschild Laufenburger Acht. | Bild: Markus Vonberg

Im ersten Bauabschnitt soll auf deutscher Seite ein Weg vom Kraftwerk bis zur Fischerhütte angelegt werden. Beim zweiten Bauabschnitt zur Codman-Anlage ist das Gelände topographisch sehr anspruchsvoll. "Im Gemeinderat wurde für diesen Abschnitt schon eine mögliche Hängebrücke angesprochen", so Krieger. In den folgenden Abschnitten sollen vor allem bereits bestehende Wege ausgebaut und die bereits erwähnten Verbindungen geschaffen werden. "Ich gehe davon aus, dass wir noch die nächsten zwei bis drei Jahre am Bauen sind", sagte Weiss zum Zeithorizont des Projekts.

Möglich wurde die Laufenburger Acht, als die Energiedienst Holding 2014 zum 100-jährigen Bestehen des Kraftwerks das Wehr für Publikum öffnete. Die Menschen nutzten den dritten Laufenburger Rheinübergang, der vom 1. Mai bis 31. Oktober geöffnet ist, vor allem bei guten Wetter sehr gerne, berichtete Patrick Obrist als Vertreter der Energiedienst. Er betonte auch: "Der Idee der Laufenburger Acht stand der Energiedienst von Anfang an positiv gegenüber."

Die Wunsch nach einem grenzüberschreitenden Rundwanderweg sei in Laufenburg bereits in den 1960er Jahren geäußert worden, berichtete Bürgermeister Krieger in seiner Rede. Die Idee eines Fußwanderwegs zwischen Kraftwerk und Codman-Anlage ist sogar noch älter. Alt-Regionalverbandsdirektor Franz Schwendemann sage am Rande der Veranstaltung am Freitag, dass der Schwarzwaldverein bereits 1939 hier einen Wanderweg habe anlegen wollen. Der Krieg habe dies aber verhindert.