Waldshut, Rhina Landgericht Waldshut verhandelt nächste Woche die Tötung eines zweieinhalb Monate alten Kleinkinds

Wegen der Tat muss sich der 36-jährige Vater des Kinds verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem drogenabhängigen Mann Totschlag vor. Bei einer Verurteilung droht eine Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren, bei einem besonders schwerem Fall sogar lebenslang. Die Kammer hat sechs Verhandlungstage anberaumt. Das Urteil wird für 2. Mai erwartet.

Die abgrundtraurige Tat bewegte und schockierte zwischen den Jahren die Menschen weit über Laufenburg und sogar Deutschland hinaus. Der betäubungsmittelabhängige Mann litt am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertags an erheblichen Entzugserscheinungen. Deshalb habe sich seine Lebensgefährtin und zugleich Mutter des Kindes auf den Weg, um entsprechenden Ersatz zu beschaffen, beschreiben die Behörden das Geschehen.

Der Angeklagte sei mit dem Kind in der Wohnung geblieben. Schon bald nach Wachwerden des Säuglings sei er mit dessen Betreuung überfordert gewesen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, den weinenden Säugling gegen einen Schrank geworfen, ihn dann mit dem Kopf gegen eine Wand geschleudert und schließlich mit dem Hinterkopf wuchtig auf den Boden geschlagen zu haben, um das Kind zum Schweigen zu bringen. Das Baby habe einen Wirbelsäulenbruch sowie Schädelbrüche erlitten und sei am Tatort verstorben. Der Angeklagte habe sodann über den polizeilichen Notruf mitgeteilt, dass er gerade seinen Sohn getötet habe. Nach Eintreffen der Polizei wurde der Angeklagte festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft.

Der 36-Jährige ist bereits mehrfach wegen unterschiedlicher Vergehen vorbestraft, unter anderem wegen Körperverletzung und Raub. Zusammen mit der schwangeren Mutter war er vergangenen Sommer nach Rhina gezogen. Wegen der Suchtproblematik und der anstehenden Geburt des Kindes, hatte sich das Paar hilfesuchend an das Jugendamt gewandt, das die Familie durch Sozialarbeiter betreute.

Wegen der Tötung des Kindes hatte ein nicht am Verfahren beteiligter Dritter dem Jugendamt eine sachwidrige Betreuung der Familie vorgeworfen und Anzeige gegen die verantwortlichen Mitarbeiter erstattet. Die Staatsanwaltschaft kam bei ihren Ermittlungen jedoch zu dem Ergebnis, dass es keine Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten der Mitarbeiter des Jugendamtes gebe.

Sechs Sitzungstage

Die Schwurgerichtskammer hat vorläufig sechs Sitzungstage anberaumt. Der Prozess wird am Montag, 23. April, 9.30 Uhr, eröffnet. Zu den beiden Prozesstagen am Dienstag, 24. April, und Donnerstag, 26. April, acht Zeugen, zwei rechtsmedizinische und ein psychologischer Gutachter geladen. Die Verhandlung beginnt um 9 beziehungsweise 14 Uhr. Weitere Verhandlungstage sind auf Freitag, 27. April, 9.30 Uhr, und auf Montag, 30. April, 10.30 Uhr, angesetzt. Die Plädoyers und das Urteil werden für Mittwoch, 2. Mai, 9 Uhr erwartet. Vorsitzender Richter ist Martin Hauser, ihm zur Seite stehen zwei Berufsrichter und zwei Schöffen. Die Verhandlung findet in Saal 20 des Gerichtsgebäudes Waldshut statt.

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