Der betäubungsmittelabhängige Angeklagte, der in einem Methadon-Substitutionsprogramm behandelt wurde, habe am Morgen des 25. Dezember 2017 an erheblichen Entzugserscheinungen gelitten. Deshalb sei seine Lebensgefährtin und zugleich Mutter des Kindes losgegangen, um entsprechenden Ersatz zu beschaffen.

Der Angeklagte sei mit dem Kind in der gemeinsamen Wohnung in Laufenburg geblieben und schon bald nach Wachwerden des Säuglings mit dessen Betreuung überfordert gewesen. Dem vorbestraften Angeklagten wird vorgeworfen, den weinenden Säugling unvermittelt gegen einen Schrank geworfen, ihn anschließend mit dem Kopf gegen eine Wand geschleudert und schließlich mit Wucht mit dem Hinterkopf auf den Boden geschlagen zu haben, um das Kind zum Schweigen zu bringen.

Das Kind habe einen Wirbelsäulenbruch sowie Schädelbrüche erlitten und sei am Tatort verstorben. Der Angeklagte habe sodann über den polizeilichen Notruf mitgeteilt, dass er gerade seinen Sohn getötet habe. Nach Eintreffen der Polizei wurde der Angeklagte festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Totschlag vor. Die Schwurgerichtskammer hat vorläufig sechs Sitzungstage anberaumt: am 23. April um 9.30 Uhr, am 24. April um 9 Uhr, am 26. April um 14 Uhr, am 27. April um 9.30 Uhr, am 30. April um 10.30 Uhr und am 2. Mai um 9 jeweils im Saal 20 im Gerichtsgebäude Waldshut. Geladen sind mehrere Zeugen und drei Sachverständige.

 

Totschlag

Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.