Regula Laux, eine deutsch-schweizerische Journalistin, und ihr Ehemann Jean-Marc Felix aus Laufenburg haben ihrer Begeisterung für Street Art ein Denkmal gesetzt: Ihr Buch „Every Wall Is a Door“ (zu Deutsch: „Jede Wand ist eine Tür“) ist soeben im internationalen Handel erschienen. Es sind faszinierende Blicke auf eine Kunstform, die sich nicht in Galerien oder Museen abspielt, sondern dort, wo Menschen unterwegs sind.

Fotografische Sammlung

Auf ihren gemeinsamen Reisen haben Regula Laux und Jean-Marc Felix immer wieder den Fokus auf die an meterhohen Gebäudefassaden, an Stromkästen oder U-Bahn-Stationen aufgemalten Bildwelten gerichtet. Die Absicht, aus der fotografischen Sammlung ein Buch zu machen, nahm allerdings erst vor zwei Jahren Kontur an. Damals leitete Regula Laux noch das Rehmann-Museum im schweizerischen Laufenburg. Das kleine Museum hat – wie fast alle Museen – mit rückläufigen Besucherzahlen zu kämpfen.

Neuer Ausstellungsansatz

Ein neuer Ausstellungsansatz, nämlich junge Künstler von der Straße ins Museum zu holen, sollte mehr Leute und besonders ein junges Publikum ansprechen. Laux hatte damit Erfolg: In den drei Monaten der Street-Art-Ausstellung kamen mehr Besucher ins Rehmann-Museum als sonst im ganzen Jahr. Hinzu kam, dass die Verantwortlichen der Stadt Laufenburg die Street-Art-Idee aufnahmen und Auftragsarbeiten an Künstler vergaben. So kriecht heute eine überdimensional große Schnecke von Sprayer Pollo 7 über das kleine Bahnhofshäuschen.

Diese Wandmalerei des Deutschen Hendrik Beikirch in Brooklyn (USA) zeigt einen marokkanischen Straßenbarbier. <br />Bild: Jean-Marc Felix
Diese Wandmalerei des Deutschen Hendrik Beikirch in Brooklyn (USA) zeigt einen marokkanischen Straßenbarbier.
Bild: Jean-Marc Felix

Außerdem unterstützte Erich Erne vom gleichnamigen Bauunternehmen aus Laufenburg die Urban-Art-Aktivitäten im Rehmann-Museum sowie im Außenraum logistisch und finanziell. Die an der Ausstellung beteiligten Künstler konnten wiederum mit ihren Werken derart überzeugen, dass die neue Werbekampagne der Baufirma im Street-Art-Look daherkommt. „Wo passen Sprayarbeiten besser hin, als auf Bauzäune oder Holzabsperrungen?“, bemerkt Regula Laux, die im Fotografen Jean-Marc Felix einen kongenialen Partner zur Seite hat.

Geschichten von Street-Artists

Das umtriebige und kunstsinnige Paar mit Wohnsitz in Laufenburg erzählt in seinem Buch „Every Wall Is a Door“ die Geschichten von herausragenden bekannten und auch unbekannten Street-Artists. Es zeigt deren individuellen Beitrag zur weltweiten Vielfalt der Urban-Art von Berlin und New York über Havanna und Zürich bis zu weit abgelegenen Inseln wie La Réunion und den Azoren. „Wir haben nicht den Anspruch, eine umfassende Abhandlung über Street-Art und deren Künstler zu liefern“, erklären Regula Laux und Jean-Marc Felix. Mit ihrem Buch möchten sie zeigen, „wie künstlerisch hochstehend und kreativ dieses junge Kunstgenre ist“. Letzten Freitag ist das Buch in Laufenburg erstmals öffentlich vorgestellt worden.