Laufenburg Kultur in Laufenburg: Appenzeller Hackbrett trifft spanische Kastagnetten

Die Trachtenkapelle "Alder Buebe" spielen mit Flamencotänzerin Bettina Castano. Da bröckelt das Alpsteinmassiv.

Ein Volksmusikstadl der besonderen Art war „Flamenco und Appenzell“. Die Trachtenkapelle „Alder Buebe“, der wohl bekannteste Appenzeller Musikexport, und die aus dem Appenzellerland stammende Flamencotänzerin Bettina Castano haben sich zusammengetan. Und was bei dieser unerwarteten Mischung herauskommt, ist eine Symbiose aus Urigem und Heißblütigem. Wenn sich das Appenzeller Hackbrett mit den spanischen Kastagnetten vereint, dann ist dieser Stilmix wie Paella mit Siedwurst.

Die schmucken Appenzeller „Bueben“ – es sind schon lange keine Buben mehr – mit dem weißbärtigen Walter Alder am Hackbrett, Michael Bösch an der Geige, Köbi Schiess am Kontrabass, und als Gast-“Maidli“ Brigitte Schmid im Trachtenkostüm am Akkordeon, integrieren in diesem unorthodoxen Programm Musik aus anderen Kulturen und Stilrichtungen wie ungarischen Csardas, argentinischen Tango und Polka. Da wird plötzlich die unverfälschte Appenzeller Musik aufgebrochen von den experimentierfreudigen Alder Buebe. Da bröckelt das Alpsteinmassiv.

Im Mittelpunkt steht die nach Sevilla ausgewanderte Schweizer Tänzerin, deren klackende Füße den Takt vorgeben. Manchmal trommelt sie auf der Cajon und erscheint in jeder Choreografie in einem neuen Kostüm, einmal sogar als Tangotänzerin mit schwarzem Hut. Bei dieser Begegnung der Kulturen trifft Andalusien auf Appenzell, Puszta und Pampa. Bettina Castano entfernt sich gelegentlich vom traditionellen Flamenco und integriert Elemente der Weltmusik in ihren ausdrucksvollen Solotanz.

Die „Buebe“ danken der waschechten Appenzellerin diese Rückkehr mit manchem juchzenden Jodel und originaler Schweizer Identitätsmusik. Dass sie großartige Vertreter der Appenzeller Streichmusik sind, hört man in den ureigenen Stücken wie dem traditionellen „Zäuerli“ oder „De Senn of em Tanzbode“, rustikale Wirtshausmusik, unter die sich Zigeunerlager-Märsche mischen.

Die in vierter Generation existierende musikalische Alpendynastie mit ihrem Patriarchen Walter Alder, der einmal Sonderapplaus für ein saftiges Hackbrettsolo bekommt, spielt die heimische Volksmusik genauso leidenschaftlich wie einen Csardas oder einen Ländler. Und erstaunt in der Nummer „Talerbecken“ mit Klangschalen aus Ton, angerührt mit Fünf-Franken-Stücken. Da war man recht nah bei alpenländischer Stubenmusik, echter instrumentaler Volksmusik, wie sie dieses kleine konzertante Ensemble ja verkörpert.

Zwar fehlt bei diesem Ausflug ins Südländische der erotische Latino-Effekt des Flamenco. Dafür sind die Alder Buebe, rote Gilets mit Edelweiß-Stickerei am Revers, verzierte Hosenträger und goldene Schöpfkellen als Ohrschmuck, nett anzuschauen und ein reizvoller Kontrast zur leidenschaftlichen Flamenco-Welt. Ein unbeschwerter Abend in der Stadthalle!

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