Chotsch spielte Klezmer-Musik und jiddische Lieder in eigener Bearbeitung und eigenen Arrangements. Mit ihrer Musik verwoben sie zudem literarische Texte des deutschen Schriftstellers Siegfried Lenz. Diese Kombination erwies sich als besonders gelungen. Die Veranstaltung war der erste Programmpunkt der Veranstaltungsreihe 2018/2019 der Laufenburger Kulturkommission Die Brücke. „Wunderschön, ein volles Haus gleich zu Beginn des neuen Programms“, freute sich bei der Begrüßung der vielen Gäste Gastgeberin Renata Vogt, sie ist bereits seit elf Jahren ehrenamtlich in der Kulturkommission engagiert.

Das Trio Chotsch, allesamt Vollblutmusiker, das sind Reinhold Prigge, Kontrabass, Robert Dietrich, Klarinette und Moise Schmidt, Gitarre, Gesang, Erzählung. Der Name der Gruppe bedeute so viel wie „ein hübsches aber unnützes Ding“, erzählte Robert Dietrich. Die Zuhörer fanden das Dargebrachte weit mehr als hübsch und schon gar nicht unnütz. Nach und nach klatschten die Zuhörer nicht nur begeistert Beifall sondern intonierten gerade bei bekannteren Liedern den Refrain.

Temperamentvoll, lebhaft, berührend und mitunter schwermütig, dennoch heiter ansteckend, präsentierten sich sowohl die instrumentale Klezmer-Musik wie die jiddischen Lieder. Unter anderem erklang „Schpil'she mir a Lidele“ oder „Bay mir bistu sheyn“.

Mit seiner Klarinette erzählte Robert Dietrich Geschichten. Er ließ sein Instrument springen, singen, weinen oder wild tanzen, so dass es eine Freude war zuzuhören. Am Kontrabass zeigte sich Reinhold Prigge als versierter Musiker. Er begleitete mit seinem satten Kontrabass-Groove die warmen Klarinettentöne und das rhythmisch versierte Gitarrenspiel von Moise Schmidt.

Die erzählten heiteren Episoden, mit viel schauspielerischem Talent vorgetragen von Moise Schmidt, wurden geschrieben von Siegfried Lenz. Die Geschichte „Der rasende Schuster“ entstammt dem Buch „So zärtlich war Suleyken – Masurischen Geschichten“. Erzählt wurde zudem eine Geschichte aus dem Buch „So war das mit dem Zirkus – Geschichten aus Suleyken“. Die Geschichten, erzählen wie die erklungene Musik und die Lieder immer etwas wehmütig, aber voller Lebensfreude, mit viel Witz und Schmitz, Begebenheiten voll aus dem Leben.