Einen gelungenen Auftakt für die die Kulturtage beider Laufenburg und einen Ohrenschmaus für die über 100 Gäste im ausverkauften Schlössle bot am Freitagabend "Romantik Pur". Natalia Dauer, die Initiatorin der Reihe "Junge Klassik" traf erneut den Geschmack der Musikfreunde am Hochrhein.

Mit der "Jungen Klassik" habe man ein Forum für junge Künstler aus der Region im besten Sinne der langen musikalischen Tradition der beiden Laufenburg etabliert, so Bürgermeister Ulrich Krieger. Dass die Konzerte ausverkauft seien, spreche zudem für die hohe künstlerische Qualität.

Mit "Romantik Pur" gaben in diesem Jahr Julia Pleninger am Klavier, Natalia Dauer am Violoncello, Aloisia Dauer an der Violine sowie Adrian Brenneisen an der Gitarre und Florian Fries am Saxophon den Einstieg in das "Festival im Festival". Und ganz im Sinne des Kulturprogramms "Fließende Grenzen" bekamen die Zuschauer nach dem klassischen Hauptprogramm als Zugabe einen kleinen Vorgeschmack auf das Sonntagskonzert "Klassik trifft Jazz".

Den Auftakt gab Julia Pleninger am Klavier mit Franz Liszt und einem Thema aus der Oper Rigoletto. Für die lebhaft gespielte romantische Paraphrase de concert sur Rigoletto bekam die mehrfach ausgezeichnete Waldshuter Schülerin gleich zu Beginn reichlichen Applaus. Es folgte die Sonate in g-Moll, op. 16 von Sergej Rachmaninow. Im Zusammenspiel präsentierten Julia Pleninger und Natalia Dauer die berühmte Cellosonate in ihrem ganzen melodischen und harmonischen Reichtum, so dass sie das Publikum kaum in die Pause verabschieden wollte.

Im zweiten Teil zeigte Adrian Brenneisen mit der perlenden, an Harfenklängen erinnernden Fantasia que contrahaze la harpa en la manera de Ludovico des Renaissancemusikers Alonso Muderra, das es bezaubernde Gitarrenmusik weit jenseits des Lagerfeuerklampfens gibt. Es folgte die Eterna Saudade des brasilianischen Musikers und Komponisten Dilermando Reis, welcher man den lateinamerikanischen Ursprung aufs Schönste anmerken konnte. Mit zwei Stücken von Brahms ging es dann zurück in die klassische Romantik. Erneut mit Julia Pleninger am Klavier, jetzt mit Aloisia Dauer an der Violine, folgte auf die Liebes- und Liedersonate in A-Dur, op. 100 das Scherzo aus der FAE-Sonate in c-Moll. Hingerissen vom temperamentvollen Abschluss gab es hier verdiente Jubelrufe aus dem Publikum.

Als Überraschungsprogramm folgten drei Jazzinterpretationen von Florian Fries am Saxophon und Adrian Brenneisen an Gitarre und Bass. Wurden gerade die improvisierten Teile von den Klassikfreunden teils mit leichter Verwunderung aufgenommen, gab es für die jungen Musiker auch hierfür viel Applaus. Als Abschluss und Zugabe zeigten die fünf Akteure als kleines Orchester, dass die Grenzen in der Musik tatsächlich fließend sind.