„Ankommen in Laufenburg“ unter diesem Titel fasst Markus Manfred Jung, „Burgschreiber zu Laufenburg“, die ersten Arbeiten seines dreimonatigen Stipendiums zusammen. Bei einer Lesung in der Bibliothek in Laufenburg/Schweiz gab er Kostproben seines Schaffens. Rund eine Stunde ließ er die Zuhörer teilhaben an dem, was bereits in früheren Werken entstanden ist und an dem, was im Werden ist.

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Die ersten sechs Wochen lebt Jung auf Schweizer Seite. Er sammelte eine Fülle an Eindrücken, die er textlich verarbeite. Obwohl einiges noch spröde und nicht überarbeitet sei, wie er erklärte, las Jung diese Texte vor. Die Zuhörer ließ er teilhaben, wie sich Texte entwickeln. Er erwies sich als Beobachter, der genau hinschaut, hinhört, sich in Begebenheiten hineinspürt und Begegnungen nachspürt. Jung schöpft aus einem Reichtum an alemannischen Wörtern, Wendungen und Wortschöpfungen.

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Nachdem sich der Schriftsteller einem im Werden befindlichen literarischen Werk, einer Art Wander-Tagebuch – aus dem er einige Passagen las – gewidmet habe, machte er sich an seine „Pflichtaufgabe“, berichtete Jung. Umgesetzt in Worte, die sich zu einem authentischen Stimmungsbild zusammensetzten, widmete sich Jung zunächst der mehreren Stadt. Er beschäftigte sich mit dem „Ankommen in Laufenburg“, das er aus verschiedenen Blickwinkeln beschreibt. Obwohl er aus der Perspektive der Schweizer Seite schreibt, schildert er eindrücklich eine Stadt in zwei Ländern. Nach Ostern wird er im Deutschen Quartier beziehen, dann wird die andere Seite im Fokus stehen. Jung rezitierte auch Gedichte, in denen er sich am Eigensten mit sich selbst empfindet, wie er sagt, aus dem Band „Verfranslet diini flügel“. Darin beschreibt er seine Hassliebe zum „Quaag“, der Krähe.

Weitere Termine: Mittwoch, 24. April, 19.30 Uhr, „Buch und Café am Andelsbach“; Donnerstag, 16. Mai, Besuch einer Schulklasse in der Hans-Thoma-Schule; Samstag, 25. Mai, 19 Uhr, Abschlussveranstaltung in der Stadtbücherei, Laufenburg-Baden.
Zur Person: Markus Manfred Jung ist 1954 in Zell im Wiesental geboren. Er lebt mit seiner Ehefrau, der Malerin Bettina Bohn, in Hohenegg, Kleines Wiesental. Studiert hat er Germanistik, Skandinavistik, Philosophie und Sport in Freiburg und Oslo. Er ist Gymnasiallehrer und Schriftsteller, schreibt Gedichte, Geschichten, Theaterstücke und Hörspiele in alemannischer Mundart und Hochdeutsch. Er hat zahlreiche Auszeichnungen und Preise erhalten. Seit 1. März ist Jung drei Monate in Laufenburg (Schweiz und Baden) als Burgschreiber tätig. Nach Ostern wird er sechs Wochen auf der deutschen Rheinseite leben und arbeiten. Eine sechsköpfige Jury um die Kulturschaffenden Martin Willi und Petra Gabriel hat das Literaturstipendium an ihn vergeben. Paten sind Martin Blümcke und Roland Burger.