Der seit Dienstagabend bei Laufenburg vermisste Schwimmer ist tot. Seine Leiche wurde am Mittwochmorgen kurz vor 9 Uhr im Rechen des Kraftwerks Laufenburg entdeckt. Am späten Nachmittag herrschte dann Gewissheit über die Identität des Toten. "Es handelt sich um den vermissten 19-jährigen Asylbewerber aus Afghanistan", sagte ein Sprecher der Kantonspolizei Aargau.
 

Noch unklar ist der genaue Hergang des Unglücks. Waren es zwei oder drei gleichaltrige in einer Gemeinschaftsunterkunft im schweizerischen Laufenburg untergebrachte Landsleute, die kurz nach 17 Uhr an der Badstube im Rhein schwimmen gingen? War es sogar nur einer, der dann in der Strömung abtrieb, und ein zweiter, der ihm beistehen wollte, während der dritte am Ufer blieb?

Jedenfalls bemerkte gegen 17.30 Uhr eine Sportlerin auf der Tennisanlage des Kraftwerks, dass im Rhein Personen auf das Wehr zutrieben. Die Kraftwerksanlage befindet sich einen Kilometer unterhalb der Badstube, eines auch bei Einheimischen beliebten Badeplatzes in der Laufenburger Altstadt. Einer der hilflosen Schwimmer wurde von einem privaten Bootsmann gerettet, der andere versank im Rhein. Die Feuerwehren aus beiden Laufenburg und das Technische Hilfswerk Laufenburg suchten oberhalb des Kraftwerks noch bis in die späten Abendstunden nach dem jungen Mann, die Feuerwehren aus Bad Säckingen und Wehr im Flussabschnitt unterhalb.

Allein 2015 ertranken nach Angaben der Schweizer Lebensrettungsgesellschaft SLRG im Nachbarland 22 Menschen in Flüssen. Dies waren 44 Prozent aller Ertrinkungsfälle in der Schweiz. 23 kamen in Seen ums Leben, wo im Sommer aber ungleich mehr Menschen baden als in Flüssen, nur zwei Menschen ertranken in einem Schwimmbad.

"Beim Rhein handelt es sich um ein Fließgewässer. Deshalb sollten in ihm nur gute Schwimmer schwimmen, die sich mit den Gegebenheiten auskennen", warnt Beat Karrer, Leiter des Laufenburger Kraftwerks. Die Frage nach einem Badeverbot für die Badstube beantwortet er so: "Die Ausweisung von Badestellen ist Sache der Behörden. Mir persönlich scheint ein Bewusstsein für die Gefahren hilfreicher als ein Verbot." Schwimmer aber auch Ruderer, Paddler oder Bootsführer müssten streng darauf achten, dass sie dem Kraftwerk niemals zu nahe kämen. Als Warnung dienten entsprechende Schilder am Ufer. Spätestens am Bootsausstieg 170 Meter vor dem Wehr müsse das Ufer erreicht sein.

Technischen Einrichtungen zur Rettung von Schwimmern seien schwierig, sagt Karrer. Ein quer über den Fluss gespanntes Seil oder ein Netz etwa würden den Schiffsverkehr behindern und früher oder von Treibgut zerschnitten weden. Verankerte Rettungsbojen seien für entkräftete Schwimmer schwer zu erreichen.