Im „Buch & Café am Andelsbach“ trat der Kabarettist Holger Paetz auf. Die Vorstellungen waren aufgrund der großen Nachfrage auf zwei Tage verteilt. Der Jahresrückblick mit Holger Paetz ist für viele Laufenburger ein fester Termin im Kalender.

Der gemütliche Buchladen von Renata Vogt verwandelte sich in ein kleines Theater. Rund 80 Stühle boten den Gästen einen gemütlichen Sitzplatz zwischen den Büchern. Den Künstler konnte man dank einer kleinen Erhöhung auch gut sehen. Renata Vogt begrüßte die Besucher: „Heute ist der erste Advent. Ihr könntet es euch Zuhause gemütlich machen, aber nein, ihr wollt es euch sagen lassen.“

Der Satirische Jahresrückblick mit Holger Paetz im Buch&Café Andelsbach.
Der Satirische Jahresrückblick mit Holger Paetz im Buch&Café Andelsbach. | Bild: Christiane Pfeifer

Ohne Umschweife hat es Paetz dann auch gesagt. Der preisgekrönte Kabarettist gab in seinem satirisch-politischen Rückblick eine Zusammenfassung der Dinge, die nicht ganz zu gut gelaufen sind. Zum Thema Tempolimit sagte er: „Gut wir hätten sinkende Unfallzahlen und 80 Tote weniger im Jahr, auf der anderen Seite, wo bleibt da der Fahrspaß.“ Die Besucher durften dann auch gleich das neue Motto rufen: „Was ist schlimmer als der Tod? Fahrverbot.“ Paetz war sehr zufrieden: „Da können wir ja jetzt in die Schweiz marschieren.“

Diesel und Naturschutz

Auch die dicke Luft im Autoland wurde thematisiert. „Ich glaube an den Diesel.“ Paetz war sich sicher, dieses Zitat von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder schon mal gehört zu haben. Na klar: „Kaiser Wilhelm II. sagte einmal, das Automobil ist eine Erscheinung, ich glaube an das Pferd.“ Der Naturschutz als Thema zog sich durch das ganze Programm. Von der Bienenrettung über Abgasskandale, der Maut, bis zur Greta. Dabei hatte Paetz durchaus auch Mitleid mit den Menschen, die sich aus den Heckklappen ihrer SUV zwängen müssen, weil die Parkplätze zu klein sind.

Eine Empfehlung

Die Besucher bekamen auch eine Empfehlung für ein italienisches Lokal, in dem die AfD im Mai nichts zu essen bekam. Paetz dazu: „Das ist unmenschlich, das ist das letzte Mal vor rund 2000 Jahren passiert.“ Dass der Osten „rechts“ wählt, findet Paetz nicht verwunderlich: „Der Ossi wählt wie die Europäer um uns herum.“ Die Bilder, die der Künstler mit der Instandsetzung der Gorch Fock den Gästen mitgegeben hat, brachten einige nicht nur zum Lachen.

Rückblick angereichert mit Gedichten

Aufgelockert hat Paetz seinen Rückblick durch seine eigenen Gedichte. Bis jetzt ist der Band „Der Hausverlasser“ und „Pure Lyricks“ im Eigenverlag erschienen. Paetz arbeitet gerade an seinem dritten Werk mit dem Titel „Zumutungen“. Und als Kabarettist hat er wie er betont die Möglichkeit, seine Gedichte vorab am Publikum zu testen und an den Wörtern zu feilen, bis sie passen. Und sie passten.