An der Laufenburger Hans-Thoma-Schule verabschieden sich auf einen Schlag 139 Jahre Berufserfahrung: Zum Ende des Schuljahres gehen die Lehrer Gabriele Meier-Hähnle und Manfred Fögele (beide 63), Renate Miedaner (64) und Hausmeister Raimund Huber (63) in Ruhestand. Huber hat 21 Jahre Schuldienst auf dem Buckel, Fögele 38, Meier-Hähnle und Miedaner jeweils mehr als 40 Jahre. Fögele und Meier-Hähnle waren zudem je 13 Jahre Konrektor im Bildungszentrum auf dem Rappenstein. Jetzt sitzen alle am Freitag nach Unterrichtsende zusammen im Medienraum, um zusammen mit der Zeitung zurückzublicken auf vier Jahrzehnte Hans-Thoma-Schule.

40 Jahre. So lange ist Renate Miedaner Lehrerin auf dem Rappenstein. Fast. Denn zu den ganzen 40 Jahren wird ihr am Ende ein Tag fehlen. Am 1. August 1978 trat sie ihren Dienst im Bildungszentrum an. Damit ist sie die Dienstälteste im Lehrerkollegium. Franz Schweizer, Dieter Schwandt, Armin Raufer und nun Janine Regel-Zachmann: Renate Miedaner hat mit allen der vier bisherigen Rektoren der 1973 gegründeten Schule zusammengearbeitet. "Es hat gestimmt im Kollegium und in der Schulleitung", sagt sie.

Die Hans-Thoma-Schule ist eine von ganz wenigen Verbundschulen im Schulamtsbezirk. Realschule, Werkreal-, früher Hauptschule, und Grundschule befinden sich unter einem Dach und stehen unter einer gemeinsamen Leitung. Alle drei scheidenden Lehrer haben diese Nähe unterschiedlicher Schultypen immer besonders geschätzt. "Die verschiedenen Schultypen profitieren ganz klar voneinander", sagt Manfred Fögele. Das gelte für die Schüler untereinander wie für deren Lehrer. "Es sind verschiedene Schulkulturen, die voneinander lernen", ergänzt Gabriele Meier-Hähnle.

Lange gehörten die drei Lehrer in ihren Kollegien zu den Jüngsten. Denn ab den 80er Jahren wurden lange kaum mehr Lehrer eingestellt. "Ich hatte einen einzigen Kollegen über 50", erzählt Fögele über seine Zeit als Junglehrer in Lauchringen. Mit der Zurruhesetzung der vielen in den 70er Jahren eingestellten Pädagogen habe sich in den letzten Jahren auch das Kollegium in Laufenburg stark verjüngt. Dazu zählen die alten Hasen auch Rektorin Janine Regel-Zachmann, die seit 2016 an der Schule ist. Sie halten große Stücke von ihr und sagen: "Wir gehen auch leichten Herzens, weil wir die Schule bei ihr in guten Händen wissen."

Und der Hausmeister? Der ist mit Raimund Huber in 21 Jahren an der Hans-Thoma-Schule viel mehr als nur ein Spezialist für klemmende Rollläden und Butterbrezeln. Denn neben einem Händchen für Technik brachte der bei H. C. Starck gelernte Betriebsschlosser und siebenfache Vater auch ein offenes Herz, ein aufmerksames Auge und pädagogisches Geschick mit. "Die Lehrer sind nur in der Pause auf dem Gang. Der Hausmeister aber ist immer im ganzen Haus unterwegs. Und wenn er will, sieht er viel", sagt Huber. Seit der Eröffnung der Kinderkrippe Löwenburg ist er auch dort zuständig. "Inzwischen ist das mein Traumjob. Ich bin der, der die Spielsachen repariert. Für die Kinder bin ich deshalb ein Held!"

Auch Lehrer lernen in der Schule. "Wir waren als Junglehrer alle beeinflusst von der antiautoritären Bewegung. Das haben wir uns dann alle ganz schnell wieder abgeschminkt", sagt Fögele. Zwischen Kumpel und Schulmeister: Jeder Lehrer müsse seine eigene Rolle gegenüber den Schülern finden. Wichtig sei aber Authentizität. Und manchmal ist auch kriminalistischer Spürsinn nötig. Den zeigte Renate Miedaner, als bei einem Landschulheimaufenthalt die Mädchen und Jungen abends auffallend brav zu Bett gingen. Miedaner forschte nach und fand heraus, dass sich im Schlafsaal hinter einem Schrank eine verborgene Tür befand. Die hatten die Schülerinnen und Schüler für gegenseitige Besuche genutzt.