Die Klassik ist oft schwierig zu vermitteln. Das „Festival Junge Klassik“ war aber von Anfang an ein großer Erfolg. Wie erklären Sie sich das?

Ich denke, das Festival hat einen großen Anreiz, weil die Musiker alle noch relativ jung sind und es einfach spannend ist, junge Musiker auf einem professionell hohen Niveau beim Musizieren zu sehen und zu hören. Das Publikum kann spüren, dass alle mit dem Herzen dabei sind und einfach Freude am Musikmachen haben. Ein anderer Erfolgsfaktor ist die Vielfältigkeit des Programms. Für mich einer der wichtigsten Punkte, denn dadurch können wir dem Publikum die Musik jedes Mal auf eine andere und neue Art zugänglich machen.

Gibt es in diesem Sommer Neues?

Es wird zum ersten Mal auch einen reinen Celloabend geben. Ich habe einen befreundeten Cello-Kollegen eingeladen und gemeinsam werden wir Duos, Arrangements und Eigenkompositionen spielen. Das Kinderkonzert mit dem „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns wird wahrscheinlich der Höhepunkt. Wir haben sogar eine junge Erzählerin, die Geschichten zu den einzelnen Tieren erzählt.

Warum ist das Festival als Plattform für junge Künstler so wichtig?

Die Musiker können sich entwickeln. Ich habe das auch bei mir selbst bemerkt. Ich sehe, wie ich in den letzten drei Jahren gewachsen bin. Auftrittsmöglichkeiten zu haben und das Konzertleben kennenzulernen, ist sehr wichtig, gerade in den Studienjahren. Wir sind nach dem Studium Berufsmusiker und müssen unseren Platz in der Welt finden. Heutzutage lastet auf uns jungen Musikern ein enormer Druck.

Das "Festival Junge Klassik" geht in die vierte Auflage. Im Bild die musikalische Leiterin Natalia Dauer und Adrian Brenneisen bei ihrem gemeinsamen Auftritt im Vorjahr. Auch Adrian Brenneisen ist wieder dabei.
Das "Festival Junge Klassik" geht in die vierte Auflage. Im Bild die musikalische Leiterin Natalia Dauer und Adrian Brenneisen bei ihrem gemeinsamen Auftritt im Vorjahr. Auch Adrian Brenneisen ist wieder dabei. | Bild: Jürgen Scharf

Was erwartet die Besucher an den Konzertabenden?

Auf jeden Fall viel Freude und Spaß seitens der Musiker und damit eine besondere Atmosphäre. Das Programm ist in diesem Jahr ziemlich bunt. Von klassischen Stücken bis hin zur Filmmusik. Ich freue mich schon sehr darauf. Im Konzert am Sonntag wird Kammermusik mit drei wirklich talentierten jungen Musikern gespielt. Wir beginnen bei Mozart und sind schließlich bei Debussy.

Am dritten Festivaltag wird ein Kinderkonzert gespielt, bei dem auch der Rahmen ein etwas anderer ist. Wie kann man sich das vorstellen?

Alles wird sehr locker sein. Die Kinder können sich frei bewegen und sitzen, wo sie möchten. Es soll eine schöne Atmosphäre sein und jeder soll sich wohlfühlen. Nach dem Konzert werden Säfte für die Kinder angeboten und wer sich traut und interessiert ist, darf auf die Musiker zukommen und das Instrument begutachten.

Haben Sie schon Ideen für die Junge Klassik 2019?

Wahrscheinlich zu viele. Ich muss die Ideen ordnen und schauen, welche wann am besten passen. Es wird jedoch eine Erweiterung geben und ich kann schon jetzt ankündigen, dass am 2. Juni 2019 die Junge Klassik in Kooperation mit dem Young Eurasian Soloists Chamber Orchestra (YES Chamber Orchestra) in der Festhalle in Waldshut auftreten wird. Ich freue mich schon sehr darauf. Das eigentliche Festival ist am 27. und 28. Juli 2019 und ich werde für einen Abend eine Jazzband einladen.

Natalia Dauer war als Cellistin der Band eingesprungen.
Natalia Dauer war als Cellistin der Band eingesprungen. | Bild: Bild: Dauer/privat

Sie standen Ende Juli beim Einhaldenfestival im Allgäu mit Konstantin Wecker auf der Bühne. Wie war das?

Einfach nur großartig, und es hat unfassbar viel Spaß gemacht. Ich habe schon mit 13 Jahren in Bands mitgespielt und konnte also etwas an Erfahrung mitbringen. Der Auftritt mit Konstantin Wecker war eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens, und ich danke Konstantin sehr für diese Möglichkeit.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Durch einen Freund von Konstantin, der bei uns zu Gast war. Er dachte sich, dass Konstantin und ich gut zusammenarbeiten könnten, und so war es dann ja auch. Ich war auf zwei Konzerten von Konstantin und wir haben uns auf Anhieb verstanden. Eines Tages bekam ich eine E-Mail von ihm, in der er mich fragte, ob ich am 27. Juli für die Cellistin aus seiner Band einspringen kann. Ich habe zugesagt und zwei oder drei Wochen vor dem Konzert habe ich mich für eine Probe mit seinem Pianisten aus der Band in Nürnberg getroffen. Am Konzerttag selber hatten wir nur eine sehr kurze Soundcheckprobe. Einige der Lieder habe ich also am Konzertabend zum ersten Mal „durchgemacht“. Es war wirklich verrückt, doch alle aus der Band haben mir geholfen. Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein Sprung ins kalte Wasser.

Ihre schönste Erinnerung an diesen gemeinsamen Auftritt?

Die Atmosphäre im Konzert. Für uns Musiker und auch das Publikum. Es hatte etwas Magisches. Es war ja der Abend der Mondfinsternis, und als es dann soweit war, sang Konstantin ein extra für diesen Moment komponiertes Lied. Er ist ein besonderer Musiker. Nach dem Konzert saß die ganze Band bis spät in die Nacht zusammen und wir hatten eine sehr schöne Zeit. Unvergesslich wird bleiben, dass ich sie alle im Tischfußball besiegt habe!