Massive Kritik gab es an der Gemeindeversammlung am Freitag in Sulz bezüglich der Baustelle an der Kantonsstraße im schweizerischen Laufenburg. Gemeinderat Christian Rüde berichtete, dass an einer Sitzung vor einer Woche „eine Beschleunigung der Baustelle durch einen Zwei-Schicht-Betrieb“ besprochen worden sei, aber: „Es gibt noch kein Ergebnis.“

Immerhin: Die zweite Bauphase ab dem Burgmatt-Schulhaus ab August soll ohne Lichtsignal ausgeführt werden, „dadurch wird die Durchfahrt besser gewährleistet“, so Rüde, der sich dadurch eine Beschleunigung von sechs Wochen versprach. In punkto Ampelregelung sprach der Laufenburger Geschäftsmann Martin Leuenberger von einer „Tragik“. Leuenberger fand, dass die „optionsbediente Ampel relativ gut funktioniert“.

Versammlung thematisiert Ampelanlage

Rüde antwortete, dass mit einer ganztägigen Ampelbedienung abzuwarten sei, zumal diese Lösung der Gemeinde Laufenburg Kosten verursachen würde. Leuenberger weiter: „Der Kanton ist verantwortlich, dass die Organisation so schleppend ist.“ Der Kanton solle die Kosten für eine Ampelbedienung übernehmen, „das ist schließlich seine Straße“, sagte er.

Und: Laufenburg kann ein übergeordnetes Interesse vorbringen“, so Leuenberger mit Blick auf durch die Baustelle verursachten Verluste für die Laufenburger Gewerbetreibenden. „Wenn jedes Geschäft 20 000 Franken weniger Umsatz im Monat macht, geht das an die Arbeitsplätze“, stellte er klar. Leuenberger weiter: „Sonst machen wir die Brücke zu und schicken alle nach Säckingen.“ Die Sanierung der Kantonsstraße wird voraussichtlich bis 2021 dauern.

Gemeinde schnürt Investitionspaket

Im Mittelpunkt der Gemeindeversammlung mit 119 Anwesenden stand ein umfangreiches Investitionspaket. Die Gemeinde Laufenburg nimmt viel Geld für Immobilien in die Hand. Für mehrere Liegenschaften in Sulz und Laufenburg bestehen Pläne, diese zu erwerben oder aufzuwerten. Dafür ist die Gemeinde bereit, Verpflichtungskredite in Höhe von insgesamt 3,9 Millionen Franken aufzunehmen. Diese Summe genehmigte die Gemeindeversammlung am Freitagabend.

Stadt will „Schützen“ erwerben

Dickster Brocken ist der angepeilte Kauf des Hotels „Schützen“ an der Kantonsstraße in Laufenburg gegenüber dem Burgmatt-Schulhaus. Dafür bewilligte die Versammlung einen Kredit in Höhe von knapp 1,7 Millionen Franken. „Die Gemeinde hat Interesse aufgrund der zentralen Lage“, erklärte Vize-Ammann Meinrad Schraner.

Pläne für des Hotel „Schützen“

Die Gemeinde Laufenburg beabsichtigt den Kauf des Hotel „Schützen“, in dem im Januar 2018 Feuer durch Brandstiftung ausgebrochen war. Das Gebäude gilt wegen seiner zentralen Lage zwischen Bahnhof und Altstadt als attraktiv. Auf dem Gelände, so der Plan der Gemeinde, könnte ein Parkhaus entstehen. Laut Vizeammann Meinrad Schraner hat die Gemeinde Laufenburg mit dem derzeitigen Eigentümer einen Marktwert von 1,68 Millionen Franken verhandelt.

Sofern die Parzelle bis 2024 überbaut würde, könnte die Gemeinde die Versicherungssumme von 178 000 Franken zurückerhalten, wodurch die Liegenschaft effektiv 1,5 Millionen Franken kosten würde. Der Haken ist: Es besteht ein zweites Angebot von einer Privatperson, entschieden ist also noch nichts. Sollte die Gemeinde Laufenburg den Zuschlag bekommen, wäre diese wahrscheinlich nicht alleinige Investorin. Meinrad Schraner geht davon aus, dass dann eine Trägerschaft aufgebaut wird.