Drei Geschosshäuser mit zusammen rund 30 Wohneinheiten will ein privater Bauherr auf einem bisher landwirtschaftlich genutzten Grundstück am Laufenburger Friedhofskreisel errichten. Um das Projekt zu ermöglichen, brachte der Gemeinderat am Montag die Änderung des Bebauungsplans Rappenstein II auf den Weg. Vier Stadträte stimmten gegen eine Änderung des geltenden Bebauungsplans.

Das mit der Planung der Anlage beauftragte Bad Dürrheimer Architekturbüro Merz erklärte gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass der Bauherr im gegenwärtigen Stadium der Entwurfsplanung öffentlich noch keine detaillierten Erläuterungen machen wolle. Im Gemeinderat hatte der Investor seine Bauvoranfrage bereits im April 2017 nichtöffentlich vorgestellt. Damals habe das Gremium signalisiert, dass es sich eine Überplanung des an die Le-Croisic-, die Rappenstein- und die Hännerstraße angrenzenden 0,8 Hektar großen Areals vorstellen könne, erklärte Bürgermeister Krieger am Montag, als das Vorhaben erstmals öffentlich zur Sprache kam.

Das zur Bebauung vorgesehene Areal von der Hännerstraße aus gesehen: Links ist der Friedhofskreisel, rechts die bereits bestehende Zufahrt zum Gebäude Hännerstraße 8 und 10.
Das zur Bebauung vorgesehene Areal von der Hännerstraße aus gesehen: Links ist der Friedhofskreisel, rechts die bereits bestehende Zufahrt zum Gebäude Hännerstraße 8 und 10. | Bild: Markus Vonberg

"Die Fläche hat Entwicklungspotential", sagte der von der Stadt mit der Änderung des Bebauungsplans beauftragte Städteplaner Till O. Fleischer über das zur Bebauung vorgesehene Grundstück. Es sei ideal für die von der Stadt gewünschte Innenentwicklung, denn es liege fußläufig zur Schule, zur Innenstadt, zu öffentlichen Verkehrsmitteln und sei grundsätzlich bereits über die Le-Croisic-Straße erschlossen. Im aktuellen Bebauungsplan sei die Fläche von einer Bebauung freigehalten, weil hier früher eine Stromfreileitung verlief. Doch diese sei längst abgebaut.

Fleischers Bebauungsplanentwurf erlaubt auf dem Areal künftig ein maximal viergeschossiges und zwei maximal dreigeschossige Häuser mit Satteldach über einer gemeinsamen Tiefgarage. Die Gebäude dürfen mit dem Trauf maximal 8, mit dem First maximal 12,5 Meter über das nordöstliche Grundstücksniveau an der Le-Croisic-Straße hinausragen. Nach aktuellen Planungen sind rund 30 Wohneinheiten und 49 Stellplätze vorgesehen, die meisten in der Tiefgarage. Die Hauptzufahrt befindet sich an der Le-Croisic-Straße, eine Nebenzufahrt zu 9 oberirdischen Stellplätzen an der Hännerstraße. Hier erlaubt der Entwurf an Stelle des bestehenden Hauses Hännerstraße 8 und 10 den Bau eines vierten Gebäudes mit maximal drei Geschossen.

Hier die Ansicht des Baugrundstücks von der Le-Croisic-Straße, über die die Erschließung erfolgen soll. Links hinten ist das Dach des Gebäudes Hännerstraße 8 und 10 zu sehen, rechts hinten die Rappensteinstraße.
Hier die Ansicht des Baugrundstücks von der Le-Croisic-Straße, über die die Erschließung erfolgen soll. Links hinten ist das Dach des Gebäudes Hännerstraße 8 und 10 zu sehen, rechts hinten die Rappensteinstraße. | Bild: Vonberg

Gegen diese Planung stimmten die Stadträte Robert Terbeck, Torsten Ammann (beide SPD), Bernhard Gerteis (FW) und Jürgen Weber (Grüne). Terbeck begründete seine Haltung mit drei Punkten. Anders als die anderen Grundstücksbesitzer hätten die Eigentümer des betreffenden Areals keine Erschließungsbeiträge zahlen müssen. Die Bebauung mit bis zu vier Geschossen füge sich nicht in die Umgebungsbebauung ein. Die vorgesehene Zufahrt an der Hännerstraße stelle einen Gefahrenpunkt dar. Paul Eichmann (FW) kritisierte die Zahl der Stellplätze als "relativ gering".

Zu den Erschließungsbeiträgen erklärte Ramona Bartsch vom Bauamt, dass die Stadt die Erschließungskosten für den Rappenstein 1998 abgerechnet habe. Als landwirtschaftliches Grundstück sei das jetzt zur Bebauung vorgesehene Areal nicht gebührenpflichtig gewesen. Allerdings trage der Eigentümer nun die gesamten Kosten für die Änderung des Bebauungsplans. Zur Gebäudehöhe verwies der Planer Fleischer darauf, dass es im Bereich des Bebauungsplans schon heute bis zu dreigeschossige Gebäude erlaubt seien. Zur Zufahrt Hännerstraße erklärte Bartsch, dass diese heute schon genutzt werde und von neun Stellplätzen keine wesentliche Erhöhung der Verkehrsfrequenz zu erwarten sei. Eichmann wies darauf hion, dass die Hännerstraße demnächst ohnehin verbreitert und die Einfahrt umgestaltet werde. Zur Zahl der Stellplätze erklärte Bürgermeister Krieger, diese bewege sich mit 1,6 pro Wohneinheit deutlich über dem Mindestwert 1,0.