Einen Überblick auf die inzwischen mehr als zweijährige Arbeit des Asylhelferkreises Laufenburg gaben Antje Maurer und Martina Matt am Montag im Gemeinderat. Etwa zwei Dutzend Ehrenamtliche betreuen derzeit 72 in Laufenburg und Murg untergebrachte Flüchtlinge. Insgesamt gab es laut Maurer im Landkreis Ende September 1557 Flüchtlinge, rund 400 weniger als noch Ende März. Um sie kümmern sich Ehrenamtliche in 23 Helferkreisen.

"Wir können uns von und zu schreiben, dass bei uns alles so gut funktioniert", sagte Maurer. Dies liege sicherlich auch daran, dass Laufenburg zu den kleineren Gemeinschaftsunterkünften gehöre. Das Haus auf der Brunnenmatt hat 52 Plätze, wovon im Augenblick 40 belegt sind. 20 weitere Flüchtlinge sind in Luttingen, Hochsal und Murg in anderen Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, zwölf anerkannte Asylbewerber in Anschlussunterkünften.

Deutsch lernen hat Priorität

Die Helfer begleiten die Flüchtlinge beispielsweise bei Behördengängen und führen sie an das Alltagsleben in Deutschland heran. "Die meisten wollen so schnell wie möglich Deutsch lernen, weil sie sich ausrechnen, dass das ihnen bei der Suche nach Arbeit hilft", so Maurer. Leider gebe es nicht genügend offizielle Sprachkurse, denn es stünden zu wenig ausgebildete Lehrkräfte zur Verfügung.

Hier setzen die von Martina Matt koordinierten Sprachkurse des Helferkreises an. Elf ehrenamtliche Helfer unterrichten derzeit 25 Kursteilnehmer in Kleingruppen. Es gibt auch ein Sprachkurs eigens für Frauen. Matt: "Kindern bieten wir keine Kurse an. Die lernen Deutsch viel besser im Schulunterricht oder im Kindergarten." Schwierig seien die extrem unterschiedlichen Bildungsniveaus der Flüchtlinge. Während einige beispielsweise Englisch sprechen und schreiben könnten, beherrschten andere nicht einmal das lateinische Alphabet. Bedarf besteht laut Matt an Bildungs-Paten, die Berufsschüler auf Prüfungen vorbereiten.

Engagement auch wichtig für die Zukunft

"Das inzwischen größte Problem ist die Wohnungsnot", berichtete Antje Maurer. Maximal 24 Monate lang können die Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft leben, danach kommen sie in eine Anschlussunterbringung oder können sich, sofern sie als Asylbewerber anerkannt sind, eine eigene Wohnung suchen. Der Helferkreis benötigt deshalb immer Informationen über freien Wohnraum. Auf die Annahme von Sachspenden hingegen wird inzwischen verzichtet. Maurer: "Es gibt zum Beispiel eine Kleiderkammer des Roten Kreuzes, die sehr gut organisiert ist."

Ohne Probleme funktioniert laut Maurer die Zusammenarbeit mit Sportvereinen. Gut angenommen werde auch das "Café International", in dem Flüchtlinge und Einheimische zusammenkommen. Beim Laufenburger Weihnachtsmarkt werde wie bereits vergangenes Jahr wieder ein syrisches Bistro angeboten.

Bürgermeister Ulrich Krieger dankte dem Asylhelferkreis für dessen Engagement. Dass es in Laufenburg bei der Betreuung von Flüchtlingen bisher keine Probleme gegeben habe, liege auch an dessen Arbeit, sagte er. Die Integration der nach Deutschland gekommenen Menschen werde auch in den kommenden Jahren eine wichtige Aufgabe darstellen. Dies betreffe nicht nur die Unterbringung sondern auch Ausbildung, Arbeit und Schule.


Der Asyl-Helfer-Kreis lädt ein zum "Café International" am Samstag, 26. November, 15 bis 17 Uhr in die Hans-Thoma-Schule. Wer einen Beitrag zum Buffet leisten will, soll sich unter Telefon 07763/928730 melden.