Hoher kirchlicher Besuch in Laufenburg: Gemeinsam mit Erzbischof Stephan Burger aus Freiburg feierte die Seelsorgeeinheit Laufenburg-Albbruck an Pfingstmontag in einem feierlichen Pontifikalamt das Patrozinium der Pfarrei Heilig Geist. Beim anschließenden Empfang trug sich der Erzbischof in das Goldene Buch der Stadt Laufenburg ein. Die Vertreter der Seelsorgeeinheit äußerten Sorge zur „Kirchenentwicklung 2030“. Das Konzept sieht vor, wegen des Priestermangels die 224 gegenwärtigen Pfarreiverbünde im Erzbistum zu 40 zusammenzufassen.

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Weit vor der Zeit waren die Kirchenbänke gut gefüllt. Als Ministranten und Erzbischof Stephan Burger dann pünktlich um 10 Uhr durch das Kirchenportal einzogen, mussten viele Besucher im Eingangsbereich mit Bierbänken vorlieb nehmen. Höhepunkt des Pontifikalamts, das neben dem Erzbischof auch von Pfarrer Klaus Fietz, Kooperator Hans-Joachim Greulich und Diakon Wathek Matti mitzelebriert wurde, war die Predigt von Burger zum Heiligen Geist, dem Namensgeber der Pfarrei.

Beim Pontifikalamt in der Heilig Geist Kirche (von links) Kooperator Hans-Joachim Greulich, Diakon Wathek Matti, Erzbischof Stephan Burger und Pfarrer Klaus Fietz.
Beim Pontifikalamt in der Heilig Geist Kirche (von links) Kooperator Hans-Joachim Greulich, Diakon Wathek Matti, Erzbischof Stephan Burger und Pfarrer Klaus Fietz. | Bild: Brigitte Chymo

Burger, seit Ende Mai 2014 Erzbischof von Freiburg, sagte: „Liebe ist die grundlegende Kraft des Heiligen Geistes.“ Diese Liebe ermöglich uns, in Frieden und Versöhnung zu leben. Es gehe nicht darum, den Heiligen Geist im Großen zu suchen, sondern im Zwischenmenschlichen des Alltags zu begegnen. Zum Beispiel als Achtsamkeit, Rücksicht und Vertrauen. Und es gehe darum, den Weg in der Gemeinschaft zu gehen. Für ein Miteinander tritt der Erzbischof auch in der gegenwärtig schwierigen Situation der Kirche ein. Burger sprach in Zusammenhang von Maria 2.0 von großem Druck auf die Geistlichkeit und bisweilen auch persönlicher Überforderung. Burger fand klare Worte: „Ich werden dem Papst nicht den Gehorsam aufkündigen.“

Erzbischof Stephan Burger trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Laufenburg ein. Es freuen sich (von links) Bürgermeister Ulrich Krieger, der Albbrucker Bürgermeister Stefan Kaiser und Pfarrer Klaus Fietz.
Erzbischof Stephan Burger trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Laufenburg ein. Es freuen sich (von links) Bürgermeister Ulrich Krieger, der Albbrucker Bürgermeister Stefan Kaiser und Pfarrer Klaus Fietz. | Bild: Brigitte Chymo

Beim anschließenden Empfang im Pfarrheim Heilig Geist sprachen zunächst die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Sabine Läule wie auch Bürgermeister Ulrich Krieger Grußworte. Letzterer auch im Namen seines Albbrucker Amtskollegen Stefan Kaiser. Der Erzbischof trug sich bei dieser Gelegenheit auch in der Goldene Buch der Stadt Laufenburg ein. Weitere Grußworte überbrachten Laufenburgs Pfarrer Michael Born und Albbrucks Pfarrerin Heidrun Moser für die evangelischen Christen. Beide betonten die gute Ökumene vor Ort und bekräftigten: „Gemeinsam sind wir stärker als alleine.“

Peter Meister: „Verstehen das nicht mehr!“

„Was uns auf dem Herzen liegt“, das gab Pfarrgemeinderätin Claudia Rudigier-Frommherz dem Erzbischof mit auf den Weg. Die Kirchenentwicklung 2030 habe die Seelsorgeeinheit aufgeschreckt. „Das wollen wir nicht“, so die Pfarrgemeinderätin zu künftigen Strukturen, die eventuell wieder trennen könnten, was gerade zusammengewachsen ist. Ratskollege Peter Meister meinte zum Festhalten am Kirchenrecht der Katholischen Kirche: „Die Menschen verstehen das nicht mehr!“ Meister betonte aber: „Wir kündigen die Gefolgschaft nicht.“

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Der Erzbischof ergriff daraufhin noch einmal das Wort: Es brauche kritische Stimmen. Wichtig sei aber, den Schritt in die Zukunft gemeinsam zu gehen, und nicht aneinander vorbei. Zur Bewegung Maria 2.0 ergänzte Burger seine Ausführungen in der Predigt. Die Bedeutung der Frau in der Kirche stehe für ihn außer Frage. Aber: „Es geht um eine weltweite Frage“, so der Erzbischof angesichts 1,2 Milliarden Katholiken rund um den Globus.

Erzbischof Stephan Burger (links) mit der Plakette der Seelsorgeeinheit, die unter anderem die sechs Kirchtürme der einzelnen Pfarreien zeigt. Der Kreis symbolisiert den Zusammenhalt. Bild: Brigitte Chymo
Erzbischof Stephan Burger (links) mit der Plakette der Seelsorgeeinheit, die unter anderem die sechs Kirchtürme der einzelnen Pfarreien zeigt. Der Kreis symbolisiert den Zusammenhalt. Bild: Brigitte Chymo

Als Dankeschön für den Besuch in der Seelsorgeeinheit überreichte Pfarrer Klaus Fitz dem Erzbischof die Plakette der Seelsorgeeinheit, und betonte bei der Übergabe: „Mein Wunsch ist, dass diese Plakette nach 2030 nicht ihren Wert verliert.“ Den Schlusspunkt des offiziellen Teils des Empfangs setzte das Blechbläserensemble des Verbandsjugendorchesters Hochrhein. Das Pontifikalamt war von der Kirchenchorgemeinschaft Hochsal-Laufenburg und den Gastchören Eiken und Steinen aus der Schweizer Nachbarschaft musikalisch begleitet worden.