Vom Erfolg der Hans-Thoma-Schule Laufenburg können viele Schulen in der Region nur träumen: Gerade wurde die Einrichtung aufgrund ihrer vorbildlichen Arbeit vom Kultusministerium zur "Hospitationsschule" ernannt. Für die beiden offenen Konrektoren-Stellen gab es ein rekordverdächtiges Bewerberaufkommen. Fürs nächste Schuljahr kann eine 100-prozentige Unterrichtsversorgung gewährleistet werden. Und die Schüler rennen der Schule buchstäblich die Türen ein. Gerade Letzteres wird aber zunehmend zum Problem, wie Schulleiterin Janine Regel-Zachmann dem Gemeinderat darstellte. Denn: "Wir sind bei unseren Kapazitäten am Limit angelangt."

Auszeichnung für erfolgreiche Arbeit

Das Engagement, das die Hans-Thoma-Schule in den vergangenen Jahren gezeigt hat, zahlt sich aus, es bringt aber durchaus auch gewisse Nachteile mit sich. So lässt sich der Überblick von Schulleiterin Regel-Zachmann auf einen Nenner bringen.

Ein "großes Glück" sei es, dass die Schule nun zu der handverlesenen Gruppe der Hospitationsschulen im Land zählt. Das ist gewissermaßen der sichtbarste Lohn für die geleistete Arbeit: "Wir dienen in der Schullandschaft als Anschauungsbeispiel für gute Arbeit, etwa in den Bereichen Digitalisierung und Personalführung", so Regel-Zachmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Interessenten von anderen Stunden dürfen sich im Rahmen von Besuchen an der Schule einen Einblick verschaffen.

Fokus auf Berufsorientierung

Mit der Ernennung ist aber auch erhebliches Renommee verbunden, was nun unter anderem dazu führt, dass die Schule eine Kooperation mit der Arbeitsagentur auf die Beine stellt, was verbesserte Angebote im Bereich Berufsorientierung beinhaltet: "Wir können künftig alle zwei Wochen Berufsberatung anbieten. Die Arbeitsagentur stellt hierfür eine Beraterin zur Verfügung." Davon könnten auch Eltern profitieren.

Der gute Ruf der Schule hat sich auch bei der Besetzung der beiden Konrektorenstellen als Vorteil erwiesen: Gebe es gewöhnlich durchschnittlich 0,9 Bewerbungen auf eine Funktionsstelle an baden-württembergischen Schulen, seien es bei der Hans-Thoma-Schule acht Bewerber für die beiden Stellen gewesen. Die neuen Konrektoren Jennifer Keil (Schwerpunkt: Grund- und Werkrealschule) und Fabian Zoller-Wunderlich (Schwerpunkt Realschule) hätten sich also beweisen müssen, um ihre Stelle zu bekommen.

Schülerzahlen am Limit

Mit dem Erfolg gehen neue Herausforderungen einher. So seien die Anmeldezahlen an der Hans-Thoma-Schule so hoch, dass es lange Wartelisten gibt, weil die Kapazitätsgrenzen längst erreicht seien: "Wir sind in der Realschule in allen Klassenstufen konstant dreizügig, bei der Werkrealschule an Klasse acht zweizügig. Und diese Klassen sind alle randvoll." Etwa 420 Realschüler und 160 Werkrealschüler werden die HTS kommendes Schuljahr voraussichtlich besuchen. Schon vergangenes Schuljahr hätten sogar alte Möbel reaktiviert, neues Mobiliar und auch Bücher beschafft werden müssen, um den Bedarf zu decken.

Hintergrund sei das wachsende Einzugsgebiet der Schule. Anfragen in großer Zahl kommen aus Wehr, so Regel-Zachmann: "Das halte ich schon allein wegen des gewaltigen Schulwegs, den die Kinder täglich bewältigen müssen, für problematisch."

Wie Bürgermeister Ulrich Krieger weiter ausführte, bekomme die Hans-Thoma-Schule aber auch den Niedergang der weiterführenden Schulen in Murg und Görwihl zu spüren. Hier zeigten sich die Probleme der über Jahre hinweg rasant wechselnden Schulpolitik des Landes: "Uns bringt das eine sehr gute Auslastung. Aber die jetige Entwicklung ist nicht nachhaltig", befürchtet Krieger. Insofern sei es von großer Bedeutung, dass nun erst einmal Ruhe in die Schulpolitik einkehre und sich die Strukturen festigen können.