Die Kunst hält nicht zum ersten Mal Einzug in die Kultschüür in der Laufenburger Altstadt auf Schweizer Seite, aber zum ersten Mal in dieser Form: Sie nimmt das ganze Gebäude auf zwei Stockwerken in Anspruch. Einen Namen für das Projekt gibt es auch: „Regiokultart“, was sich ein wenig nach der kleinen Schwester der Art Basel oder Karlsruhe anhört.

Regionale Kunst

Bezüglich der Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten und Techniken stimmt das auch. Von der klassisch anmutenden dreidimensionalen Gestaltung mit festem Stand bis hin zur experimentellen Vorgehensweise mit fließenden Farben gibt es viel zu sehen. „Wir wollen den Künstlern aus der Region hiermit die Möglichkeit geben, ihre Werke zu zeigen“, erklärte Kultschüür-Betriebsleiter Martin Willi bei der Vernissage am Donnerstag.

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Wobei: Die Ausstellung wird von keinem Mann, sondern von vier Künstlerinnen bestückt. Simone Urbanke aus Laufenburg/Baden, die in Stein lebende gebürtige Bosnierin Razija Turalic sowie Trudi Hofer und Roxani aus dem schweizerischen Laufenburg haben eine Auswahl ihres Schaffens mitgebracht. „Wir haben die Frauenquote mehr als erfüllt“, stellte Martin Willi fest. Trotz des Feiertags nahmen etliche Interessierte an der von Werni Nussbaum am Akkordeon musikalisch umrahmten Eröffnung teil.

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Zu sehen bekamen sie eine überraschende Vielfalt von Motiven: Figürliches und Abstraktes, Obskures und Romantisches, Witziges und Ernstes laden die Betrachter ein, sich Zeit zu nehmen und genau hinzuschauen. Es lohnt sich, denn die vier Künstlerinnen haben den Freiraum in der Kultschüür geschickt genutzt. Trudi Hofer zum Beispiel hat ihre vielschichtigen und mitunter surrealen Collagen auf Paletten dort platziert, wo normalerweise das Publikum sitzt. Gegenüber hat Simone Urbanke die Bühne für die Präsentation ihrer starken, körperbetonten Skulpturen aus Marmor, Magnesit, Steatit, Gips- oder Betonguss genutzt.

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Im Obergeschoss dominiert die Malerei. Razija Turalic dringt mit ihrer Fließmalerei in den Mikro- oder Makrokosmos vor und regt die Fantasie an: Ist das nun ein unkontrolliertes Aufeinanderprallen von Farben oder eine konkrete Landschaft? Und handelt es sich bei den scheinbar lässig geschwungenen Kreisen um geschnittene Turmalinkristalle? Bei der gebürtigen Griechin Roxani ist der Fall hingegen klar. Sie malt Figuren am Meer, alleine oder in kleinen Gruppen, vor rosa oder graublauen Himmeln. Einmal sind nur Beine und Füße auf goldgelbem Grund zu sehen, ein anderes Bild mit einem Frauenkopf und diversen, zum Teil schwebenden Utensilien hat stilistisch eine Nähe zur Pop-Art. Zeit, sich von der Originalität und Vitalität der ersten Regiokultart zu überzeugen, ist noch bis 10. Juni.

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