Die Teams der Rettungshundestaffel sind auf kritische Situationen bestens vorbereitet. Was gute Zusammenarbeit, Herausforderung für Hundeführer und Zweibeiner bedeutet, demonstrierten die selbstlosen Retter bei einer Schauübung am Samstag auf dem Abrissgelände der ehemaligen Dampfsäge in Laufenburg.

Kälte, Schnee, Menschen, Ablenkung. Quer durch die Trümmer der Industriebrache sucht ein Hund dennoch zielstrebig den besten Weg. Der Befehl „such“ kam vom Hundeführer. Die erfahrene belgische Schäferhündin weiß jetzt, worum es geht: „Ein Mensch ist in Not. Ich finde ihn, kein Problem.“ Hunde können zwar nicht reden, aber sie kommunizieren dennoch mit ihren Menschen. Der Rettungshund ist ohne Halsband unterwegs, damit er in Trümmerfeldern nirgendwo hängenbleiben und sich verletzen kann. Der Hundeschwanz wedelt heftig. Die Suche ist für die Hunde keine lästige Pflicht, sondern eine Aufgabe, die sie gelernt haben und die ihnen Freude bereitet. Die Hundeführerin bleibt außen vor, während die Hündin zielsicher über den optimalen Weg in den Keller des ehemaligen Gebäudes der Dampfsäge sprintet. Sie sucht, findet, schlägt an. Jetzt machen sich mehrere Retter auf den Weg über den unwegsamen Abstieg und befreien den vermeintlich Verschütteten.

Viele Herausforderungen für erfahrene Rettungshunde und solche, die noch ausgebildet werden, boten sich auf dem Abrissgelände in der Nähe des Laufenparks. „Es ist toll, dass wir hier unter wirklich realen Bedingungen üben dürfen“, lobt Klaus Kölper, Vorsitzender der Rettungshundestaffel Oberrhein, und bedankt sich bei der Firma Zimmermann für deren Vertrauen. „Das ist nicht selbstverständlich und solche Gelegenheiten haben wir nicht oft“, erklärt er. Eine Haftungsbefreiung war freilich Voraussetzung. Aber die Teams der Staffel sind Profis und wissen, wie weit sie gehen können.

Zu den Einsätzen gehört die Überwindung von Gitterrosttreppen, das Absteigen über Trümmer in Kellergeschosse, das Absuchen einsturzgefährdeter Bodengeschosse und das Durchlaufen enger Röhren. Bei leichtem Schneefall fanden sich zwar nur wenige Zuschauer ein, aber die bekamen vor allem Teamarbeit geboten. Hund und Herr bilden eine Einheit. Jeder muss sich auf den anderen verlassen können. In derart heiklen Situationen zählt nur noch blindes Vertrauen. Ob Mantrailer nach vermissten Personen suchen, Trümmersuchhunde über unwegsames Gelände laufen oder Flächensuchhunde Personen aufspüren: Die Rettungshundewelt ist vielseitig. Das Zusammenspiel von Herr und Hund ist eine Aufgabe, an der die Rettungshundestaffel Oberrhein ständig arbeitet.

 

Die Rettungshundestaffel Oberrhein

Die Rettungshundestaffel Oberrhein gehört dem Bundesverband Rettungshunde (BRH) an und ist im Katastrophenschutz Baden-Württemberg anerkannt. Gegründet wurde sie 1978. Aktuell sind zwölf geprüfte Rettungshunde im Einsatz. 60 Mitglieder unterstützen die Retter. Mehrere Auslandseinsätze sowie Personensuchen vor Ort gehören zum Alltag der ehrenamtlichen Helfer. Weitere Informationen im Internet (rhs-oberrhein.de). Über die Integrierte Leitstelle funktioniert die Alarmierung mit der Notrufnummer 112. Der Zugführer ist telefonisch unter der Nummer 0172/671 20 00 zu erreichen.