Während sich ein Großteil der Bevölkerung in den vergangenen Tagen an dem sonnigen Wetter erfreute, war dies keine gute Zeit für die Frösche, um sich zu ihren Laichplätzen zu begeben: Es war einfach zu trocken. Am Freitag drehte sich das Wetter zugunsten der Frösche. Es begann, anhaltend zu regnen und die Temperaturen lagen zwischen fünf und zehn Grad Celsius – ideal, um zwischen Hochsal und Binzgen aus dem Stadtwald über die Straße in die Feuchtgebiete Richtung Leberweiher zu wandern.

Die in regelmäßigen Abständen entlang des Fangzauns eingegrabenen Eimer, die über den Winter mit Kies gefüllt waren, werden von den Helfern der Biotopgruppe (hier Ernst Merk) geleert, damit die Frösche hineinfallen und auf ihre Retter warten, die sie wochenlang jeden Morgen über die Straße zu ihren Laichplätzen tragen.
Die in regelmäßigen Abständen entlang des Fangzauns eingegrabenen Eimer, die über den Winter mit Kies gefüllt waren, werden von den Helfern der Biotopgruppe (hier Ernst Merk) geleert, damit die Frösche hineinfallen und auf ihre Retter warten, die sie wochenlang jeden Morgen über die Straße zu ihren Laichplätzen tragen. | Bild: Reinhard Herbrig

Allerdings birgt dies für die Kröten, Frösche und sonstigen Amphibien große Gefahren durch die zwischen Binzgen und Hochsal fahrenden Verkehrsteilnehmer, die es eilig haben, zur Arbeit zu kommen und hier mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde entlang fahren. Die Straßenmeisterei des Landratsamts Waldshut hat am Freitag zum ersten Mal, neben den Warnschildern „Frösche“, Tempo-50-Schilder, von der Abzweigung Rotzel bis zur Kreuzung Hochsal aufgestellt, um die Autofahrer etwas auszubremsen.

Arbeitseinsätze

Damit die Frösche nicht in ihren sicheren Tod hüpfen, hat sie außerdem mit vier Mitarbeitern zusammen mit drei Helfern der Biotopgruppe des Schwarzwaldvereins, Ortsgruppe Laufenburg, Wolfgang Schlüter, Ernst Merk und Karl Heinz Grüner, neben den Schildern einen 150 Meter langen und 40 Zentimeter hohen grünen Amphibien-Fangzaun (Froschfangzaun) entlang der Verbindungsstraße Binzgen-Hochsal aufgestellt. Dieser soll sie daran hindern, über die Straße zu hüpfen.

In regelmäßigen Abständen sind entlang dieses Fangzauns Eimer eingegraben, die über den Winter mit Kies gefüllt waren. Jetzt wurden sie von den Helfern der Biotopgruppe geleert, damit die Frösche, in ihrem Bestreben eine Lücke um Zaun zu finden, hineinfallen und auf ihre Retter warten. Diese tragen sie, ausgerüstet mit Handschuhen und leeren Eimern, in den nächsten vier Wochen jeden Morgen über die Straße zu ihren Laichplätzen.

Weitere Helfer nötig

Für diese Arbeit werden in den nächsten Wochen weitere Helfer benötigt, die sich bei Karl-Heinz Grüner, Telefon 07763/54 87 jederzeit melden können. Wie sich Grüner erinnerte, hat er im vergangenen Jahr einmal an einem Tag 120 Frösche über die Straße getragen. In den vergangenen Jahren waren es zwischen 400 und 600 der nützlichen Amphibien pro Jahr, die auf diese Weise vor dem sicheren Tod bewahrt wurden. Neben Bienen und Insekten, bilden Kröten und Frösche laut Grüner ein wichtiges Bindeglied der Natur, um das Ökosystem am Leben zu erhalten.

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Es lohne sich, dafür etwas früher aufzustehen, um dann auf der Fahrt zur Arbeit zwischen Binzgen und Hochsal den Fuß vom Gas zu nehmen und dadurch dem einen oder anderen Frosch, der es durch den Fangzaun auf die Straße geschafft hat, das Leben zu retten.

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