Gut zehn Jahre investierten Franz Schwendemann, früherer Direktor des Regionalverbandes Hochrhein-Bodensee, und Stadtarchivar Martin Blümcke in die Erforschung der Stadtgeschichte Laufenburgs zu Zeiten des Nationalsozialismus. Als wichtige Grundlage dienten die sogenannten Heimatbriefe. Zusammen mit historischem Material aus dem Staatsarchiv Freiburg und Erinnerungen von Zeitzeugen entstand ein Bild jener Tage.

Hoffen auf Unterstützung

In einem nächsten Schritt wollen Schwendemann und Blümcke ihre Arbeit veröffentlichen. Sie hoffen auf Unterstützung durch die Stadt Laufenburg. "Da ist ein Loch in der dreibändigen Geschichte von Laufenburg", bezieht sich Franz Schwendemann auf die Ortschroniken Laufenburgs von Theo Nawrath. Jene die sich der Stadt Laufenburg/Baden widmet, erschien 1981 und lässt für die Jahre des Dritten Reichs zwischen 1933 und 1945 viele Fragen offen. So wie in vielen anderen Gemeinden auch.

Staatsarchiv in Freiburg

"Es ist ein schwieriges Thema", weiß Schwendemann. Das fing schon bei den ehemaligen Ortsgruppenleitern der NSDAP in Laufenburg an. "Wir wollten wissen, was waren das für Leute. Haben sie ihre Macht für Schindereien an Menschen ausgenutzt, oder gingen sie mit den Befehlen von oben einigermaßen vernünftig um", so Schwendemann. Das Staatsarchiv in Freiburg lieferte zu diesen und anderen Fragen so manche Antwort. "Es gab fünf Ortsgruppenleiter", weiß Schwendemann heute. Ihre Namen werden auch genannt. "Als einzige", betont Schwendemann. Andere Personen werden namentlich nicht erwähnt, lediglich die Geschichten dazu.

Schwierige Recherche

Schwendemann und Blümcke waren im Laufe der Jahre auch mit der Tatsache konfrontiert, dass immer mehr Zeitzeugen altersbedingt wegsterben. Es musste viel herumgefragt werden. Viele Zeitzeugen sind Frauen. Unter ihnen auch solche, die in den Feuerwehren Dienst taten, als die Männer alle im Krieg waren. Was in den Parteibüros abging, bekamen sie in der Regel aber auch nicht mit.

Heimatbriefe als Quelle

Ein wichtige Quelle waren die Heimatbriefe, die mit veröffentlicht werden. Insgesamt wurden in den Kriegsjahren 44 Heimatbriefe in einer monatlichen Auflage von 550 Exemplaren aus dem Rathaus verschickt. Die Heimatbriefe gingen an Laufenburger Soldaten an der Front und in den Lazaretten und auch an Frauen, die in der Wehrmacht als Funkerinnen oder Krankenschwestern dienten. Gespickt mit den aktuellsten Infos aus der Stadt, etwa Geburten, Heiraten, Todesfällen und örtlichen Ereignissen, waren die Heimatbriefe heiß begehrt. Alleine das Sammeln der Heimatbriefe dauerte Jahre. Inzwischen fehlt nur noch ein einziges Exemplar aus den ganz frühen Jahren. Heimatbriefe und Recherchen können nun in den Druck. Schwendemann und Blümcke wünschen sich in dieser Sache die Unterstützung des Gemeinderats und werden einen Antrag stellen, dass die Stadt Laufenburg die Druckkosten für diesen Teil Laufenburger Geschichte übernimmt.