Die Kosten für die Museumserweiterung werden auf 4,1 Millionen Franken (3,7 Millionen Euro) veranschlagt. Diese Summe liegt deutlich über jenen 3,2 Millionen Franken (2,9 Millionen Euro), die der Museumsverein im Juni 2018 in seiner Hauptversammlung genannt hatte. In einem unserer Zeitung vorliegenden Brief an die Vereinsmitglieder nennt Joe Schnetzler als Projektleiter der Gesamtsanierung das neue Ausstellungskonzept als Grund für den Kostenschub. Der Museumsverein habe vergangenes Frühjahr dem Kanton und der Lotteriegesellschaft Swisslos sein Erweiterungsvorhaben präsentiert. Die Behörden hätten zwar ihre Unterstützung signalisiert, aber „ein neues professionelles und zeitgerechtes Ausstellungskonzept“ verlangt, das von einem darauf spezialisierten Planungsbüro zu erarbeiten sei.

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Das vom Badener Büro „Im Raum“ erarbeitete Konzept, das unserer Zeitung ebenfalls vorliegt, will das Museum „zu einem Anziehungspunkt in der Altstadt werden“ lassen: "Mittels spezifischer Projekte sollen die Wechselwirkung zwischen Altstadtgassen (und weiteren Sehenswürdigkeiten außerhalb der Museumsmauern) und dem Museum gestärkt werden und damit die gesamte Altstadt eine Attraktivitätssteigerung erfahren." Angesprochen werden sollen nicht nur Urlauber und Tagestouristen, sondern vor allem auch die 12500 einheimischen Laufenburger links und rechts des Rheins, für die die Einrichtung ein „Lern- und Identifikationsort“ werden soll. Ein erhebliches Potential sieht das Planungsbüro in den zusammen 1400 Schülern beider Laufenburg.

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Die Kostenrechnung geht von knapp über 3,0 Millionen Franken (2,7 Millionen Euro) reiner Baukosten aus. Unter anderem soll ein Anbau geschaffen und ein Lift eingebaut werden. Knapp 1,1 Millionen Franken (1,0 Millionen Euro) sollen das neue Ausstellungskonzept und die Betriebseinrichtungen kosten. Das Finanzierungskonzept erhofft sich 1,8 Millionen Franken (1,6 Millionen Euro) Zuschuss vom Kanton Aargau aus den Töpfen der Denkmalpflege und der Lotteriegesellschaft Swisslos. 430000 Franken (380000 Euro) sollen über Spenden und 240000 Franken (210000 Euro) durch den Museumsverein selbst finanziert werden. Rund 1,6 Millionen Franken (1,4 Millionen Euro) müssten nach den Vorstellungen des Museumsvereins von der öffentlichen Hand finanziert werden.

Zuschuss auch aus dem badischen Laufenburg?

Der Museumsverein hätte gerne, dass sich das badische Laufenburg mit 110000 Franken (100000 Euro) an den Kosten beteiligt. Dies deshalb, weil das Museum Schiff sich der Geschichte beider Laufenburg widmet und die Vereinsmitglieder auch aus dem badischen Laufenburg kommen. Bürgermeister Ulrich Krieger bestätigte Gespräche mit dem Museumsverein über eine Erweiterung des Museums Schiff. "Das Projekt ist uns bekannt. Der Verein hat es im November 2017 dem Gemeinderat in einer nichtöffentlichen Sitzung vorgestellt", erklärte der Bürgermeister auf Anfrage unserer Zeitung. Er bezog sich damit aber nur auf die bauliche Erweiterung des Gebäudes, nicht auf das erst jetzt bekannt gewordene neue Ausstellungskonzept. Über mögliche kommunale Zuschüsse sei 2017 nicht gesprochen worden, so Krieger. Vor einer Entscheidung über eine finanzielle Beteiligung des badischen Laufenburg müsse auf jeden Fall eine Positionierung der Schweizer Schwesterstadt erfolgen.

Verein kündigt Medienorientierugn an

Hannes Burger, der Präsident des Museumsvereins, wollte sich am Dienstag gegenüber unserer Zeitung noch nicht zu Konzept und Kosten des Erweiterungsprojekts äußern. Zu diesem Thema werde in Kürze ausführlich in einer Medienorientierung informiert, so Burger.

Die Hauptversammlung des Museumsvereins Laufenburg kommt am Freitag, 26. April, 19 Uhr in der Aula des Schulhauses Blauen in Laufenburg/CH zusammen.

So sieht das Konzept für das Museum Schiff aus

Der Museumsbetrieb soll professionalisiert, die Öffnungszeiten sollen ausgeweitet und die Zahl der Besucher gesteigert werden.

In der seit einigen Jahren leerstehenden Gaststätte „Zum Schiff“ soll ein mehrfach nutzbarer Raum für Veranstaltungen des Museums, der Narro-Altfischerzunft und der Schulen eingerichtet werden. Die benachbarte Zunftstube der Narronen aus der mehreren Stadt soll ins Museum integriert werden und Fasnachtsbrauchtum darstellen.

Im 220 Quadratmeter großem ersten Stockwerk soll jeweils ein Raum der Römerzeit, den Habsburgern, der Flösserei, Schiffahrt und Fischerei, der Trennung der Stadt gewidmet sein. Im 200 Quadratmeter großen zweiten Obergeschoss werden das Kraftwerk und seine Geschichte, die beiden Weltkriege, die Arbeitsimmigration und eine Wohnstube aus der Biedermeierzeit präsentiert. Ebenfalls im zweiten Obergeschoss sollen an Hörstationen von Laufenburger erzählte biographische Erlebnisse zu hören sein.

Über beide Stockwerke verteilt ist die sogenannte „Timeline“, die Fakten, Anekdoten, Grafiken und Objekte zur Stadtgeschichte präsentiert. Ebenfalls auf beiden Geschossen sollen Kabinette für besonders prominente Laufenburger eingerichtet, etwa den Komponisten Hermann Sutter, den Abenteurer und Schriftsteller Ernst Friedrich Löhndorff oder die Mäzenin Mary Codman. Im dritten Obergeschoss sollen auf 124 Quadratmetern Wechselausstellungen präsentiert werden können.

In beiden Teilen der Laufenburger Altstadt sollen ungenutzte Räume und leerstehende Schaufenster museal genutzt werden. Insbesondere die ehemaligen Zollhäuschen auf beiden Seiten der Laufenbrücke sowie die Bunker am Schweizer Rheinufer könnten dauerhafte oder zeitweilige Außenstationen des Museums darstellen. (von)