Zu dem vom Blasmusikverband Hochrhein angebotenen Ideen-Forum schickten 34 Musikvereine ihre Vertreter, um vor allem Neues und in den Vereinen gut Umsetzbares in der Nachwuchsarbeit zu erfahren. Nicht nur die kleinen Vereine, sondern weite Teile der Blasmusikszene beklagen heute mangelnde Begeisterung der nachrückenden Generation an ihrer Musik. „Mit neuen Ideen muss das Interesse geweckt werden“, sagte Verbandspräsident Felix Schreiner in seinem Dank an alle, die sich in den Vereinen engagierten. Mit der Bereitschaft, den Neubau der Landesakademie in Staufen finanziell zu fördern, bekenne sich auch das Land zur Blasmusik.

Während der themenübergreifenden Ideenschmiede gab es auch wertvolle Tipps für eine positive Darstellung der Vereine. Die Veranstaltung soll in absehbarer Zeit möglicherweise zu einzelnen Themen wiederholt werden, kündigte der Vizepräsident Ralf Eckert an.

Wichtige Hinweise für eine erfolgreiche Jugendarbeit vermittelte Joachim Pfläging, der langjährige Dirigent der Stadtmusik Wehr, den Dirigenten, Jugendausbildern und aktiven Musikern der Vereine des Bezirks. Von der richtigen Auswahl des Instrumente bis hin zu den Leistungsabzeichen und zum späteren Eintritt in die Reihen der Aktiven des Orchesters gebe es Vieles, was die Begeisterungsfähigkeit fördere. „Kleine Anlässe bringen für die Kinder Freude und Erfahrungen“, sagte Pfläging.

Pfläging, der sich heute hauptsächlich um die Vereinsjugend kümmert, schilderte aus eigener Erfahrung die Förderung der Orchesterjugend. Diese müsse nach einem im Team erarbeiteten Ausbildungskonzept erfolgen. Wichtig seien vor allem auch Gemeinschaftsaktivitäten zusammen mit den aktiven Musikern. Kindern müssten Erlebnisse geboten und die Motivation auf der Suche nach Erfahrungen angestoßen werden. Zu diesen gehörten, so Verbandsjugendleiter Peter Fräßle, vor allem auch die Leistungsabzeichen.

Um die finanziellen Belastungen besser schultern zu können, müssten die Vereine kreativ werden und innovative Konzepte erarbeiten, sagte Alexandra Link. Sie riet vor allem, die Passivmitglieder nicht zu vernachlässigen, und deren Zahl durch die Eltern der Auszubildenden zu erhöhen. Gerade für sie würden die Vereine viel Geld aufwenden, war der allgemeine Tenor der Musiker. „Die Gratismentalität im Verein muss weg und die Ausbildung selbst tragend sein“, appellierte Ralf Eckert an seine Kollegen aus den Vereinen. Ein neuer Weg zur Stärkung der Vereine könnte die musikalische Ausbildung für Erwachsene 40 plus sein, was sicherlich ein Thema der Zukunft sei und sich in Kooperation verschiedener Vereine untereinander verwirklichen lasse.

Das Forum

Das Ideen-Forum des BVH diente vor allem den Verantwortlichen für die Jugendarbeit in den Musikvereinen wichtige Impulse, Ideen und Lösungsansätze zu vermitteln. Verbandsjugendleiter ist Peter Fräßle, Kontakt unter Telefon 07763/66 23 oder per E-Mail (verbandsjugendleiter@bv-hochrhein.de).