In Laufenburg und Murg wollen die Stadt- und Gemeindeverwaltungen beobachten, ob die Wiedereinführung der LKW-Maut für Bundesstraßen tatsächlich eine Erhöhung des Schwerlastverkehrs auf den Ortsdurchfahrten zur Folge hat. Gegebenenfalls werde man reagieren und sich an die Bundestagsabgeordneten wenden, erklärten die Bürgermeister Ulrich Krieger (Laufenburg) und Adrian Schmidle (Murg) auf Anfrage unserer Zeitung. Speditionsunternehmen aus der Region betonten, dass ein Ausweichen von mautpflichtigen auf mautfreie Straßen sich hinsichtlich der Kosten in der Regel nicht rechne.

Seit 1. Juli müssen Lastkraftwagen für die Benutzung von Bundesstraßen wieder Maut bezahlen. Je nach Schadstoffklasse und Achsenzahl werden für jeden gefahrenen Kilometer zwischen 8,1 und 21,8 Cent fällig. Sein Unternehmen bezahle jetzt beispielsweise für eine Tour hin und zurück auf der A 98/B 34 und der B 314 zwischen Rheinfelden und Stühlingen pro eingesetztem Fahrzeug 21,61 Euro Maut, schilderte der Mitarbeiter eines regionalen Speditionsunternehmens ein konkretes Beispiel.

"Einen signifikanten Anstieg durch LKW-Verkehr habe ich in den letzten Tagen bisher noch nicht feststellen können", erklärte der Laufenburger Bürgermeister. Er könne aber nicht beurteilen, ob dies vielleicht nur mit der Baustelle am Dreispitz auf der Säckinger Straße zusammenhänge. Auch Kriegers Murger Amtskollege Schmidle, der von seinem Arbeitszimmer auf die Ortsdurchfahrt blickt, hat noch keine Zunahme des Schwerlastverkehrs seit dem 1. Juli registrieren müssen.

"Unser Ansinnen ist es, mit einer Temporeduzierung auf 30 Stundenkilometer die Zahl der LKW weiter zu verringern"

"Auch nach der Neuregelung mit der Maut ist es beiden Bürgermeistern wichtig, dass Laufenburg und Murg vom Durchgangsverkehr befreit bleiben und die A 98.7/B 34 als Ortsumfahrung genutzt wird. "Ich habe deshalb bereits Herrn MdB Felix Schreiner in der Angelegenheit kontaktiert und wir haben vereinbart, dass wir die Situation in der nächsten Zeit intensiv beobachten werden, damit wir uns gegebenenfalls erneut an das Bundesverkehrsministerium bezüglich einer Ausnahmeregelung wenden können", so Krieger. Auch in Murg ist die weitere Reduzierung des LKW-Verkehrs auf der Ortsdurchfahrt Programm.

"Unser Ansinnen ist es, mit einer Temporeduzierung auf 30 Stundenkilometer die Zahl der LKW weiter zu verringern", erklärte Schmidle. Ein ständiges Thema ist der Durchgangsverkehr auch im Laufenburger Stadtteil Luttingen. Auch der Ortsvorsteher Bernhard Gerteis will deshalb beobachten, ob es zum Ausweichverkehr über die L 154 (auf der Strecke Hauenstein-Murg kommt. LKW aus dem Regionalverkehr könnten seiner Meinung nach eher Mautstrecken meiden als die des Fernverkehrs.

Am Hochrhein macht ein Ausweichen von der A 98/B 34 auf die L 154 nach Ansicht von Spediteuren auch aus Kostengründen keinen Sinn: "Ein LKW, der an einer Ampel abbremsen und dann wieder anfahren muss, verbraucht enorm viel Treibstoff." Das verursache mehr als die Maut.