Der Gemeinderat Laufenburg erwägt den Wiedereinstieg in die 2015 aufgegebene offene Jugendarbeit. Bei der Beratung des Haushaltsplanentwurfs für 2020 schlug Stadtrat Sascha Komposch (FW) am Montag vor, wieder einen finanziellen Ansatz dafür einzustellen. Dies unterblieb zwar, aber der Gemeinderat wird sich in einer Klausurtagung damit befassen, in welcher Form und wann die Wiederaufnahme der offenen Jugendarbeit erfolgen soll. Weitere Themen dieser nichtöffentlichen Klausur sollen die Digitalisierung der Schulen und die Auslagerung von Schulklassen während der Sanierung der Hans-Thoma-Schule sein.

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„Ich möchte, dass wieder Mittel für die Jugendarbeit bereitgestellt werden – zumindest ein symbolischer Betrag“, erklärte Komposch. Bürgermeister Ulrich Krieger hielt dies für verfrüht. Zuerst müsse der Bedarf ermittelt, die Trägerschaft geklärt und ein Konzept erarbeitet werden, sagte er. Dies will der Gemeinderat in einer Klausurtagung tun. Dort soll auch festgelegt werden, welche Priorität dem Wiedereinstieg in die Jugendarbeit beigemessen werden soll.

Huber und Thomas drängen auf Wiedereinführung, Ebner und Pfister sind anderer Meinung

Im Gemeinderat gibt es durchaus unterschiedliche Ansichten darüber, wie sinnvoll und dringend ein Wiedereinstieg in die offene Jugendarbeit ist. Raimund Huber (Grüne) sieht akuten Handlungsbedarf und sein Fraktionskollege Malte Thomas erklärte, dass er den Ausstieg aus der Jugendarbeit 2015 schon damals für einen Fehler gehalten habe. Manfred Ebner (FW) entgegnete, er habe die Ergebnisse der damals grenzüberschreitenden Jugendarbeit „in ganz schlechter Erinnerung“. Seine Fraktionskollegin Manuela Pfister sagte, ihres Wissens habe bisher niemand aus der Bürgerschaft die Wiederaufnahme der offenen Jugendarbeit verlangt.

Der Jugendpfleger kündigte, als seine Stelle gekürzt werden sollte

Ab 2001 hatte es eine 70 Prozent-Stelle für Stelle grenzüberschreitende Jugendarbeit im schweizerischen und im deutschen Laufenburg gegeben. Sie war von den beiden Laufenburg, vom Landkreis Waldshut und von den Kirchengemeinden finanziert worden. Das Angebot umfasste offene Treffs sowie Sport, Musik oder Tanz. Als das schweizerische und das badische Laufenburg übereinkamen, seine Personalstelle zum 1. April 2015 auf 50 Prozent zu kürzen, kündigte der langjährige Jugendpfleger. Seine Stelle wurde danach nicht mehr besetzt.