2016 erschloss die Stadt Laufenburg am Rand des Stadtteils Rhina das 4,6 Hektar große Baugebiet Westlich Schreibach I. Längst sind alle 61 kommunalen Bauplätze verkauft und größtenteils auch bebaut. Bei der Vermarktung der Baugrundstücke wünschte sich die Stadt vor allem junge Familien als Bewohner der Einfamilien- und Doppelhäuser an der Albert-Wasmer-Straße, der Klostermatt, am Engelmoos und Am Schreiebach. Und tatsächlich rechnen auch die Bewohner in ihrem Schreiben an den Bürgermeister damit, dass einmal rund 90 Kinder in dem Wohnquartier leben werden.

Doch die neuen Bewohner halten ihr Quartier für weniger familien- und kinderfreundlich als möglich. "Damit das Baugebiet den Bedürfnissen junger Familien gerecht wird, fehlt ein ganztags öffentlich zugänglicher Spielplatz für den kompletten Stadtteil Rhina", schreiben sie an Bürgermeister Krieger. Der Spielplatz im Kindergarten Rhina könne erst nach Kindergartenschluss von anderen Kindern benutzt werden. In ganz Rhina gebe es keinen einzigen öffentlichen Spielplatz.

Die Kinder seien deshalb viel auf den Straßen des Wohngebiets unterwegs, so die Unterzeichner. Doch hielten viele motorisierte Verkehrsteilnehmer das vorgeschriebene Tempo 30 nicht ein. "Wir möchten nicht auf erste tragische Unfälle warten, sondern bereits jetzt handeln." Die Petenten fordern verkehrsberuhigende "Maßnahmen wie Bremsschwellen, Teilaufpflasterung oder verengte Fahrbahnen". Dritter Stein des Anstoßes ist ein von der Stadt zur Aufnahme von Regenwasser auf der Helgmatt angelegter Teich. Dieser könne für Kinder zur tödlichen Falle werden, heißt es im Schreiben. Außerdem sei der Teich mit Müll verunreinigt. Die Unterzeichner fordern die Entfernung der "Sickergrube" oder deren Einzäunung.

"In Wohngebieten mit Einfamilienhäusern besteht kein Rechtsanspruch auf Einrichtung eines Kinderspielplatzes."

Die Petition lag zur Unterschrift in Laufenburger Geschäften aus, auch online wurden Unterschriften gesammelt. Als Initiator wurde auf einer Plattform für Online-Petitionen eine "Miriam S." genannt. Bürgermeister Krieger wollte aus Datenschutzgründen nicht sagen, um welche Person es sich handelt. Er bestätigte aber den Eingang des Schreibens und dass es von rund 80 Personen unterzeichnet sei. Ein Teil der Unterzeichner lebe allerdings außerhalb des Wohngebiets Westlich Schreibach I oder gar Laufenburgs, relativierte Krieger diese Zahl.

Er werde zum Gespräch über die erhobenen Forderungen einladen, sagte der Bürgermeister. Beim geforderten Spielplatz sieht er aber keine schnelle Lösung. "In Wohngebieten mit Einfamilienhäusern besteht kein Rechtsanspruch auf Einrichtung eines Kinderspielplatzes." In Westlich Schreiebach seien zwar zwei Spielplätze vorgesehen, dies aber erst in den weiteren, noch längst nicht realisierten Abschnitten des Baugebiets. Die Grundstücke dort befänden sich zudem nicht im Eigentum der Stadt. Zurzeit sieht der Bürgermeister keine andere Möglichkeit als die Mitbenutzung des Kindergartenspielplatzes.

Eine mögliche Einführung temporeduzierender Maßnahmen will Krieger zuerst mit der Verkehrsbehörde beim Landratsamt und womöglich bei einer Verkehrsschau mit Vertretern weiterer zuständiger Behörden besprechen. Krieger wies drauf hin, dass die Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone beispielsweise zur Folge habe, dass dort Autos nur noch auf gekennzeichneten Stellplätzen geparkt werden dürften. Dies müsse den Bewohnern bewusst sein. Problemlos sei die verlangte Sicherung des Regenrückhalteteichs. Hier sei bereits die Errichtung eines Schutzzaunes beschlossen.