„Was für Wohnraum brauchen wir zukünftig tatsächlich?“ Diese Frage stellte Martina Matt vom Vorstandsteam des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Murg-Laufenburg am Donnerstagabend im Laufenburger Ratssaal.

Auf Einladung des BUND, des Kreismietervereins Waldshut und der Stadt Laufenburg sollten dort der Geograph Stefan Flaig vom Beratungsunternehmen Ökonsult aus Stuttgart Antworten geben, welche Auswirkungen der demografische Wandels auf die kommunale Siedlungsplanung hat.

Wird die Einwohnerzahl wachsen oder schrumpfen?

Deutlich wurde im Vortrag unter dem Titel „Demografie und Neubaugebiete“, dass die demografische Entwicklung auch vor Laufenburg und Murg nicht Halt machen wird. Flaig prognostiziere, dass die Zahl der Einwohner schrumpfen werde.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) rechnet allerdings damit, dass aktuell in Laufenburg die Einwohnerzahl von derzeit 9000 bis 2035 auf 11000 ansteigen wird, informierte Matt. Zurückzuführen sei dieser erwartete Anstieg möglicherweise auf die Nähe zur Schweiz mit ihrem attraktiven Arbeitsmarkt.

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Drei Faktoren: Geburtenrate, Sterberate und Migration beeinflussen im Wesentlichen die allgemeine Bevölkerungsstruktur. Durch eine steigende Lebenserwartung einerseits und andererseits sinkende Geburten, heute liegt in Deutschland die Geburtenziffer mit 1,4 Kindern je Frau weiterhin unter dem Durchschnitt der Europäischen Union, und dem dadurch einhergehenden fortschreitenden Strukturwandel, wird sich die Gesellschaft spürbar verändern. Verändern wird sich damit auch der Wohnraumbedarf, betonte Flaig. Als unberechenbar bezifferte er die Zuwanderung.

Wohnraum für Senioren, Alleinerziehende und Familien

Der Referent votierte dafür, nicht weiter auf Neubaugebiete, mit Wohnraum für Familien, vor allem im Bereich von Einfamilienhäusern, zu setzten, sondern vielmehr attraktiven und bezahlbaren Wohnraum für Senioren, Alleinerziehende und Familien mit einem eher geringen Einkommen zu schaffen.

Flaig betonte, dass es genügend Wohnraum für Familien gebe. Viele Ein- bis Zweifamilienhäuser würden leer stehen oder seien nur noch von ein oder zwei Senioren bewohnt. Mit attraktiven Wohnangeboten für Senioren könne die Übergabe von deren Immobilien an Familien beschleunigt werden.

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Bürgermeister Ulrich Krieger hielt in der an den Vortag anschließenden Diskussion dagegen. Er glaube nicht daran, das Laufenburg zukünftig schrumpfen werde. Neubaugebiete in Laufenburg fänden zudem regen Zuspruch. Thorsten Liebwein, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Laufenburg, erläuterte, dass es angesichts hoher Grundstückspreise kaum zu schaffen sei, günstigen Wohnraum anzubieten.