200 Grußkarten aus 125 Jahren, von 1894 bis 2019 präsentierte Egon Gerteis (79 Jahre) bei der Vernissage im Foyer des Rathauses am Donnerstagnachmittag. Wie Gerteis erklärte, haben ähnliche Ausstellungen am selben Ort schon Tradition. Er kann sich an mindestens zehn solcher Anlässe erinnern. Die Bevölkerung und besonders die Briefmarkenfreunde sind treue Besucher der zurückliegenden Vernissagen. Bürgermeister Ulrich Krieger ließ es sich nicht nehmen, die Gäste zu begrüßen und sie auf die Kunstwerke, die die einzelnen Grußkarten darstellten, hinzuweisen.

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Diesen Hinweis auf die Kunstwerke, nahm Egon Gerteis bei der Erklärung der Ansichts- und Grußkarten auf, als er den Besuchern, unter denen sich bekannte Persönlichkeiten, wie Stadtarchivar Martin Blümcke und Stadtpfarrer Klaus Fietz befanden, die Motive der sechs Schautafeln näher erläuterte und besondere Sprüche der Grußkarten zitierte. Als Postbeamter der von 1956 bis 1999 im Dienst der Deutschen Bundespost stand, erklärte er auch, dass es sich bei den Ausstellungsstücken nicht um Postkarten handelte, denn als Postkarten galten nur solche, die von der Post mit Briefmarke und ohne irgendwelche Motive, herausgegeben wurden.

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Die erste Tafel enthielt Glückwunschkarten zu Pfingsten aus dem Jahre 1900 mit dem Spruch: „Nicht allein in Flur und Hain, auch daheim soll Pfingsten sein!“ Bei der Herstellung der Karten hat man oft wertvolle Materialien, wie Seide und Glitzer verwendet. So ist auf der 3. Tafel eine Karte aus Mannheim zu sehen, auf der man, wenn man sie gegen das Licht hält, ein Feuerwerk sieht. Neben vielen Blumenkarten und Karten mit süßen Kätzchen, befanden sind Karten mit „Hummel„ Motiven, die Berta Hummel (1909-1946) im Jahre 1940 gezeichnet hat. Auf der sechsten Tafel ist eine Klappkarte von Laufenburg zu betrachten, die tatsächlich aus dem Jahr 1894 stammt und sehr wertvoll ist. Ja, alle Karten, ob mit sinnvollen Sprüchen oder mit liebevollen Details versehen, sind es wert betrachtet zu werden.

Karten mit deftigen Sprüchen

Natürlich gab es schon damals Ansichtskarten mit deftigen Sprüchen, wie „Gruß aus Sachsen, wo die hübschen Mädchen auf den Bäumen wachsen!“ oder „Kinder sauft, die Brauerei braucht leere Fässer“. Wie Gerteis erklärte, wurden Anfang des 20. Jahrhunderts solche Karten in den Zügen verkauft, da sich die Bürger kaum eigene Fotos und auch keine Fotoapparate leisten konnten.