1. November 1986, kurz nach Mitternacht: Es brennt auf dem direkt am Rhein gelegenen Industriegelände Schweizerhalle der Chemiefirma Sandoz. Das Gelände liegt in der Nähe der Baselbieter Gemeinden Pratteln und Muttenz. Über einer Lagerhalle, in der sich 1350 Tonnen giftige Chemikalien wie Insektizide oder Herbizide befinden, türmt sich eine 60 Meter hohe Rauchsäule.

Eine der größten, je dagewesenen Umweltkatastrophen nimmt ihren Lauf: Dämpfe, die bei den Löscharbeiten entweichen, breiten sich über der Region aus und rund 20 Tonnen Gift fließen mit dem Löschwasser in den Rhein. Der Fluss färbt sich blutrot. Der gesamte Aalbestand auf einer Strecke von 400 Kilometern wird durch die Chemikalien ausgelöscht. Auch Fische sterben und der Großteil der Kleinlebewesen.

Auf dem Archivbild vom November 1986 schütten Feuerwehrleute aus Rastatt verendete Aale aus dem Oberrhein bei Iffezheim in einen Container.
Auf dem Archivbild vom November 1986 schütten Feuerwehrleute aus Rastatt verendete Aale aus dem Oberrhein bei Iffezheim in einen Container. | Bild: Archiv/dpa/Rolf Haid

Die Katastrophe resultierte nicht nur in einem stärkeren Umweltbewusstsein der Bevölkerung und einer verschärften Gesetzgebung in der Schweiz. Nach dem Unglück wurden auch Löschwasserauffangbecken gebaut und Messstationen eingerichtet, die die Wasserqualität ständig überprüfen. Heute gilt der Rhein als sauberer als vor hundert Jahren.

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