In Sachen Entschärfung der Abfahrt Hauenstein macht das baden-württembergische Verkehrsministerium weiter Druck. Auch wenn das Regierungspräsidium (RP) Freiburg die Planung für die Hochrhein-Autobahn und auch der Neugestaltung der Abfahrt in absehbarer Zeit an die staatliche Planungsgesellschaft Deges abgeben wird, sollen sich hierdurch keine Verzögerungen ergeben. Das stellt der Ministerialdirektor Uwe Lahl im Gespräch mit unserer Zeitung klar: "Es gibt die Zusage der Regierungspräsidentin, dass die Planer des Regierungspräsidiums die Arbeit bis zur endgültigen Übergabe an die Deges weiter betreiben." Er rechne mit einer nahtlosen Fortsetzung der Arbeiten nach Übergabe der Planungshoheit, so Lahl weiter. Im März soll der aktuelle Stand der Dinge bei der Planung bei einer Bürgerversammlung präsentiert werden.

Zuvor hatte eine Stellungnahme des Regierungspräsidiums auf eine Anfrage unserer Zeitung für Irritationen gesorgt. Denn diese hatte eben nahe gelegt, dass die Prüfung der vergangenes Frühjahr präsentierten Varianten und Ergänzungsvorschlägen aus der Bürgerschaft nur schleppend voran kommt. Diese "ist noch nicht so weit fortgeschritten, dass konkrete Ergebnisse vorgestellt werden könnten", heißt es in der Antwort. Daher wurde eine eigentlich noch für diesen Monat geplante Infoveranstaltung auf unbestimmte Zeit verschoben.

Einen deutlichen Hinweis darauf, dass es eben nicht zu Verzögerungen kommen werde, habe er in dieser Mitteilung sehr vermisst, bedauert Ministerialdirektor Uwe Lahl. Er betont, dass es bei der Entschärfung des Gefahrenpunktes Abfahrt Hauenstein kein Vertun mehr geben dürfe: "Es ist unsere Pflicht, hier schnell etwas zu unternehmen." Zudem seien sowohl in den Planungsabteilungen von RP als auch bei der Deges "hochqualifizierte Fachleute" am Werk, weshalb er davon überzeugt sei, dass sich eine Übergabe der Planungsverantwortung ohne große Reibungsverluste bewerkstelligen lasse, so Lahl weiter.

Auch die Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner (CDU) und Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) sowie Vertreter der betroffenen Kommunen Laufenburg und Albbruck pochen derweil darauf, dass sich an der Abfahrt Hauenstein schleunig etwas zum Besseren verändert. Weitere Verzögerungen seien "nicht hinnehmbar und werden nicht akzeptiert", betont Schreiner. "Wenn das Regierungspräsidium mit den Planungsaufgaben tatsächlich nicht hinterherkommen sollte, wäre das ein Zeichen dafür, dass die Übergabe an die Deges GmbH dringender denn je ist“, betont Felix Schreiner. Gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Sabine Hartmann-Müller werde er nun das erneute Gespräch mit dem Ministerialdirektor Uwe Lahl suchen.

Auch Rita Schwarzelühr-Sutter verweist auf die Dringlichkeit der Abfahrt-Entschärfung und der Frust, der sich in der Region entwickelt habe: "Hier steht die Sicherheit vieler Verkehrsteilnehmer auf dem Spiel. Über Jahre nur Trippelschritte, heiße Luft und bis auf Ankündigungen hat das Regierungspräsidium bis dato nichts Stichhaltiges geliefert." Dass die Planungshoheit an die Deges übergeben werden soll, sei vor diesem Hintergrund ausdrücklich zu begrüßen, zumal die Gesellschaft über einen guten Ruf verfügt: "Aber das darf nicht darüber hinweg täuschen, dass Regierungspräsidium und Landesverkehrsministerium über zehn Jahre ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben", so Schwarzelühr-Sutter.

Auch die Bürgermeister Ulrich Krieger (Laufenburg) und Stefan Kaiser (Albbruck) sowie der frühere Kreisrat Lothar Schlageter, der sich seit Jahren um die Entschärfung der Abfahrt Hauenstein einsetzt, bleiben bei ihrer Haltung, dass die Neugestaltung nicht mehr weiter auf die lange Bank geschoben werden dürfe. Die dringende Notwendigkeit sei von allen möglichen Stellen bestätigt worden: "Der Bund stellt sogar Finanzmittel außerhalb des Bundesverkehrswegeplans zur Verfügung, weil die Maßnahme als so dringend eingestuft wird", so Ulrich Krieger. Insofern dürfe die Region erwarten, dass nun auch zügig etwas geschehe. Auch Lothar Schlageter stellte klar: "Für Ausreden haben wir längst kein Verständnis mehr. Wir erwarten, dass zügig etwas vorwärts geht, sonst machen Dampf."