Ganz hat es zu 80 Jahren Dienst am Altar nicht gereicht. Am Sonntag wird der 89-jährige Mesner Josef Weber der Pfarrgemeinde Heilig Geist beim Pfarrfamilienfest feierlich verabschiedet.

Aber auch wenn das eine Jahr fehlt, dürfte Josef Weber mit größter Wahrscheinlichkeit der dienstälteste Mesner der Erzdiözese Freiburg gewesen sein. Mesnerdienst, das war sein Lebensinhalt. Ohne sich jemals in den Vordergrund zu schieben, versah er seinen Dienst mit großem Engagement und inneren Überzeugung. Ein Sturz beim Aufbau der Krippe in der Kirche Heilig Geist vor eineinhalb Jahren stoppte Weber dann in seinem Pflichtbewusstsein. Alle Anstrengungen seinerseits führten nicht zu einer Rückkehr in den Kirchendienst.

Altardienst seit 1939

An Pfingsten 1939 war Josef Mesner als Ministrant in den Dienst der Heiliggeistpfarrei unter dem damaligen Stadtpfarrer Cyriak Heimgartner (von 1927 bis 1950) getreten; bald darauf übernahm er zusätzlich das Amt des Hilfsmesners, bis er wieder wenige Jahre später zum Mesner bestellt wurde.

Lob für unermüdlichen Einsatz

Alle Pfarrer als seine Dienstherren (Cyriak Heimgartner, Josef Batsching, Wolfgang Kirchgässner, Edgar Hoch, Edgar Volk, Wolfgang Auer) lobten stets seinen unermüdlichen Einsatz bei der Vorbereitung von feierlichen Gottesdiensten, Prozessionen, Hochzeiten und Beerdigungen.

Und dass er seine verantwortungsvolle Aufgabe immer in gutem Einvernehmen erfüllt habe. Auch Pfarrer Klaus Fietz, der Josef Weber am Sonntag verabschieden wird, lobt die Loyalität und Flexibilität des Mesners, dessen Gesicht über Jahrzehnte wie selbstverständlich zur Heilig Geist-Kirche gehörte. „Man hat immer gespürt, dass er das aus innerer Überzeugung macht“.

Offenes Ohr für Ministranten

Besonders eingehend hat sich Weber um die Ministranten gekümmert. Er war Generationen von Messdienern „strenger Chef“ , Vorbild und väterlicher Freund zugleich. Immer hat er sich fürsorglich um sie gekümmert und angeleitet. Unvergessliches Erlebnis bleibt für Josef Weber deshalb auch das Treffen ehemaliger Ministranten bei seinem 50-jährigen Dienstjubiläum im Jahre 1989. Über 50 Ehemalige erwiesen ihm die Ehre, zusammen mit dem früheren Dekan und Stadtpfarrer Kirchgässner in seiner Eigenschaft als Weihbischof.

Josef Weber hat in seiner langen Amtszeit auch so manchen Wandel in der kirchlichen Entwicklung mitgetragen, selbst wenn er anfangs manchmal skeptisch war.

Nicht nur als Mesner, sondern auch als Kommunionhelfer hatte sich Weber eingebracht. In früheren Jahren war er auch im Pfarrgemeinderat ein wichtiger Ratgeber, außerdem hatte er sich als Wirt im Pfarrgemeindesaal nützlich gemacht.

Zu Josef Weber Verabschiedung sagt Erzbischof Stephan Burger für den langen Mesnerdienst ein herzliches Vergelt’s Gott. Er habe in dieser Zeit Außerordentliches für die Kirche geleistet. „Sie haben sich mit ganzer Tatkraft in Ihrer Pfarrgemeinde eingebracht und im Dienst für Ihre Pfarrgemeinde gelebt“, heißt es in der von Erzbischof Burger unterzeichneten Urkunde.