Der letzte Morgennebel zieht über die Laufenburger Altstadtbrücke, als die ersten Wanderer beim Startpunkt am Zollhäuschen auf der badischen Seite auf den Beginn warten. Der erste grenzüberschreitende Wandermarathon beginnt früh und gestaffelt. Dies soll verhindern, dass die Teilnehmer zu nah beieinander stehen und die Abstände nicht eingehalten werden können. Bevor es auf die Strecke ging, hieß es anmelden, Startnummer sichern und einen Beutel mit Verpflegung mit auf den 42 Kilometer langen Weg nehmen.

Während am Startpunkt noch Organisatorisches erledigt werden muss, machen die ersten sich schon auf dem Weg.
Während am Startpunkt noch Organisatorisches erledigt werden muss, machen die ersten sich schon auf dem Weg. | Bild: Andreas Worthmann

Im Gewusel leuchtet ein grünes Shirt mit der Aufschrift „Chef“. Darin steckt Thomas Sell, Wanderleiter beim Schwarzwaldverein Laufenburg, Organisator und Erfinder des grenzüberschreitenden Wandermarathons. Er ist überwältigt vom großen Interesse an der Veranstaltung und stolz berichtet er von mehr als 100 Anmeldungen. „Bei rund 100 musste ich aber den Deckel drauf machen“, so Sell. Die Organisation sei eine Mammutaufgabe gewesen. Ohne die Hilfe seines Teams und seiner Frau Eva Strittmatter hätte er das nicht „gewuppt“ betont Sell. Mit dem Schweizer Pendant des Schwarzwaldvereins, dem Verein Aargauer Wanderwege, wurde die Wanderung veranstaltet.

Thomas Sell (links) überreicht dem frühen Rückkehrer Frank Albiez (rechts) aus Oberhof seine Urkunde. Rechts dahinter sein Wanderkollege Jan Zimmermann aus Binzgen.
Thomas Sell (links) überreicht dem frühen Rückkehrer Frank Albiez (rechts) aus Oberhof seine Urkunde. Rechts dahinter sein Wanderkollege Jan Zimmermann aus Binzgen. | Bild: Andrea Worthmann

Aus 21 Kilometern auf der Schweizer Seite im Fricktal über Obersulz, Gansingen, Wil undSchwaderloch sowie 21 Kilometer auf der deutschen Seite im Hotzenwald über Albbruck, Niederwihl, Oberwihl, Binzgen und zurück nach Laufenburg bestand der Weg. Die Strecke wurde im Vorfeld speziell ausgeschildert und konnte auch als Halbmarathondistanz absolviert werden. Jeder wanderte in seinem eigenen Tempo. In Kleingruppen, zu zweit, mit Kindern oder Hunden wurde die Wanderung angetreten.

Extra aus Achern bei Baden-Baden angereist sind Johanna und Michael Doll, die nach sieben Stunden und 17 Minuten glücklich ins Ziel liefen.
Extra aus Achern bei Baden-Baden angereist sind Johanna und Michael Doll, die nach sieben Stunden und 17 Minuten glücklich ins Ziel liefen. | Bild: Andrea Worthmann

Celia Rohland aus dem Schweizer Rheinfelden ging alleine los. Ihr Wanderpartner hatte verschlafen, sie musste ohne ihn antreten. „Nicht schlimm“, sagte sie aber dennoch gut gelaunt, „Ich kann es gut mit mir selber aushalten und es hat auch etwas Meditatives für mich.“

Das Resümee

Rund 1100 Höhenmeter wurden bei stetig besser werdenden Wetterverhältnissen überwunden und die schöne Natur mit herrlichen Aussichtspunkten genossen. Der schnellste Wanderer hatte nach sechs Stunden und 40 Minuten wieder den Ausgangspunkt an der Zollbrücke erreicht. Thomas Sell resümiert: „Es war ein erfolgreicher Tag. Nicht nur für mich und meine Helfer, sondern auch für die Wanderer. Ich bin stolz und glücklich. Unterwegs an den Kontrollstellen gab es nur positives Feedback. Es ist eine tolle Aktion gewesen und wurde auch so wahrgenommen. Viele haben sogar gesagt, ich soll es wiederholen.“