Noch bis Ende des Monats läuft die Ausschreibung zur Bewerbung als Burgschreiber oder Burgschreiberin zu Laufenburg. Das als Stipendium für deutschsprachige Autoren verstandene, auf drei Monate befristete „Amt“ wird dem ausgewählten Kandidaten von 1. März bis 31. Mai die Gelegenheit bieten, jeweils sechs Wochen in beiden Teilen der Stadt zu wohnen, um Erfahrungen und Empfindungen literarisch festzuhalten.

Der grenzüberschreitende Ansatz des Burgschreiberamtes setzt dabei bewusst an der gemeinsamen Geschichte beider Laufenburg, der gemeinsamen Kultur, dem gemeinsamen Leben, Arbeiten und Wirtschaften sowie gemeinsamen Sitten und Bräuchen an. Einen genaueren Blick auf die inzwischen 23 eingegangen Bewerbungen will die Jury zwar erst nach Ablauf der Frist werfen. Einige Fakten hat Martin Willi, der gemeinsam mit der Buchautorin Petra Gabriel das Leitungsteam bildet, auf Anfrage aber bereits mitgeteilt: Ein Viertel der Bewerber stammt aus der Schweiz, drei Viertel aus Deutschland.

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Auffallend ist, dass nur wenige Bewerber aus der unmittelbaren Umgebung, also dem Kanton Aargau oder dem südlichen Baden-Württemberg, stammen. Eine Bewerbung sei sogar aus Österreich gekommen, berichtet Willi. In einer guten Balance hält sich das Geschlecht der Bewerber. Etwa gleich viele Frauen und Männer fühlen sich zum Posten des Burgeschreibers berufen. Das Alter der bisherigen Kandidaten weist laut Willi „eine große Bandbreite“ auf.

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Angesichts von Coronapandemie und der ansteigenden Infektionszahlen habe man es „mit einer unsicheren Situation“ zu tun, gibt Willi zu be­denken. „Nach aktuellem Stand wollen wir die Burgschreiber-Ernennung aber durchführen“, fügt er hinzu.

Die Aufgabe des Burgschreibers

Der erste Burgschreiber war der aus dem deutschen Wiesental stammende Heimatdichter und Schriftsteller Markus Manfred Jung. Diesem war bei seinem Amtsantritt 2019 noch der Arbeitstitel „Ankommen in Laufenburg“ mitgegeben worden. Der neue Burgschreiber ist in seiner thematischen Herangehensweise hingegen frei. Auch die literarische Gattung, Prosa oder Lyrik, darf nach Belieben gewählt werden. Voraussetzung sei jedoch, betont Willi, dass „der Bezug zur Stadt Laufenburg gewahrt wird“.

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Die Ernennung des neuen Laufenburger Burgschreibers findet voraussichtlich am Mittwoch, 18. November, statt. Neben Martin Willi und Petra Gabriel besteht die siebenköpfige Jury aus Markus Manfred Jung (Schriftsteller und Burgschreiber des Jahres 2019), Renata Vogt (Buchhändlerin und Kulturorganisatorin aus Laufenburg/D), Florence Aggeler (Linguistin aus Laufenburg/CH und Betriebsleiterin Sprachpanorama), Melanie Friedli (Leiterin Tourismus Laufenburg/CH) sowie Raimund Huber (Stadtrat aus Laufenburg/D).

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