Laufenburg 18-jährige Cellistin Natalia Dauer aus Bad Säckingen organisiert Festival

Festival Junge Klassik eröffnet die Kulturtage Fließende Grenzen am Wochenende im Schlössle. Forum für junge Künstler an zwei Konzerttagen

Sie hat viel bei Festivals mitgeholfen, besonders beim Solsberg-Festival von Starcellistin Sol Gabetta im Aargau. So entstand bei Natalia Dauer der Wunsch, etwas Eigenes ins Leben zu rufen und ein junges Publikum anzusprechen. Die Stadt Laufenburg griff die Idee gerne auf und das Festival Junge Klassik, das die Fließenden Grenzen am Wochenende im Schlößle eröffnet, war geboren. Es soll keine Eintagsfliege sein, sondern jährlicher Bestandteil der Kulturtage.

Was steckt hinter dem Gedanken, Klassik für junge Leute zu machen? Die Nachwuchscellistin Natalia Dauer aus Bad Säckingen, Preisträgerin der Volksbank Hochrhein-Stiftung 2015, will talentierten und aufstrebenden Musikerinnen und Musikern aus der Umgebung eine neue Plattform bieten. Dabei denkt die 18-Jährige, die mit sechs Jahren das Cello für sich entdeckte und ein Jahr später bei Jugend musiziert ihren ersten Wettbewerb gewann, vor allem an die Klassik. Sie möchte, dass die klassische Musik einen neuen Stellenwert bekommt, gleichzeitig „die junge Generation für die Musik und die Instrumente faszinieren“.

Festivalluft geschnuppert hat Natalia Dauer, die als Jungstudentin an der Hochschule in Basel von Ivan Monighetti unterrichtet wird – übrigens der Lehrer von Sol Gabetta – in Olsberg, wo sie sich in den letzten Jahren regelmäßug beim Solsberg-Festival organisatorisch eingebracht, Tickets verkauft, Musiker betreut und miterlebt hat, wie so ein Musikfestival entsteht und funktioniert. Und nun mutig ihr kleines Festival im Festival initiiert und hofft, dass es eine, sagen wir mal salopp, „Dauereinrichtung“ wird. Natürlich weiß Natalia Dauer, dass es ein großer Unterschied ist, bei einem Festival zu helfen oder ein eigenes Festival aufzuziehen. Aber sie will diese neue Erfahrung machen und ist froh, dass sie für die Idee Sponsoren und Partner gewinnen konnte. Der Kulturausschuss beider Laufenburg scheint von der Initiative begeistert und die Volksbank unterstützt das Projekt ihrer Preisträgerin.

Die junge hochtalentierte und begeisterungsfähige Cellistin kommt aus einem musikalischen Elternhaus, „in dem es jeden Tag Musik und Gesang gibt“, wie sie erzählt. Alle ihre Geschwister – sie ist die Jüngste von vier – spielen ein Instrument, und so ist sie „spielerisch in die Musik hineingewachsen“. Mit drei Jahren besucht sie mit ihrer Familie ihr erstes Konzert in Basel. „Es spielte eine junge Cellistin und ich war sofort von der Musik und dem Instrument fasziniert und bin es heute auch noch.“

Auf ihre erste Cellostunde muss sie jedoch bis zum sechsten Geburtstag warten. Im zarten Alter von zehn Jahren spielt sie Monighetti vor und arbeitet seither sehr intensiv mit dem renommierten Celloprofessor. Zusammen mit ihre Schwester Aloisia – die 25-Jährige ist als Geigerin und Pianistin eine Doppelbegabung, studiert am Mozarteum Salzburg und bereitet sich gerade auf ihre Masterprüfung vor – sowie befreundeten jungen Künstlern wird Natalia Dauer an den beiden Konzertagen zu hören sein. (Auch hier scheint das Vorbild Sol Gabetta durch, die ihr Festival mit Musikerfreunden bestreitet). Auf einem hohen Niveau soll bei Junge Klassik musiziert werden. Am Samstag bei einem Kammermusikabend mit ihr am Cello, dem Freiburger Lorenz Chen an der Geige und der Laufenburger Jungpianistin Gabriela Fahnenstiel; am Sonntag kommen Aloisia Dauer (Violine) und der aus Turin stammende und in Basel studierende Pianist Stefano Musso zu einem Solorecital dazu.

Bei der Programmauswahl hat die musikalische Leiterin ihren Mitspielern viel Freiheit gelassen. Jeder konnte sich aussuchen, was er gerne spielen möchte. Auch will Natalia Dauer stilistische Unterschiede zeigen und moderne Stücke einbringen. Am Anfang treten sie als Duos auf mit Beethoven und Schumann, Klassischem und Romantischem, am Schluss als Trio mit den „Vier Jahreszeiten“ von Astor Piazzolla (das passt ja zum gleichzeitigen Tangokonzert im Rehmann-Museum). Am 1. August können die Konzertbesucher nach 22 Uhr noch auf der Terrasse des Schlössles das Schweizer Feuerwerk anschauen.


Junge Klassik

Bei den Laufenburger Kulturtagen hat das Festival Junge Klassik im Schlössle Premiere. Am Samstag, 1. August, 20 Uhr, geben Natalia Dauer (Cello), Lorenz Chen (Violine) und Gabriela Fahnenstiel (Klavier) einen Kammermusikabend mit Werken von Beethoven, Schumann und Astor Piazzolla. Parallel gibt es im Rehmann-Museum in Laufenburg/Schweiz Tango und Milonga mit dem Trio NeuKlang. Am Sonntag, 2. August, 17 Uhr, treffen sich Aloisia Dauer (Violine), Natalia Dauer (Cello), Gabriela Fahnenstiel und Stefano Musso (Klavier) im Schlössle zu einem Solorecital mit Sonaten von Mozart, Brahms bis Arvo Pärt.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Laufenburg
Laufenburg
Laufenburg
Laufenburg
Laufenburg
Laufenburg
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren