Es war ein bemerkenswertes Zeichen, dass die Gemeinde Lauchringen bei der jüngsten Gemeinderatssitzung setzte. In Zeiten der Pandemie und den daraus resultierenden fehlenden Finanzmitteln, bleibt sich die Gemeinde ihren Klimaschutz-Zielen treu. Der Aufbau einer zentralen Nahwärmezentrale und eines Wärmenetzes ist ein ambitioniertes Projekt, dass nun auf den Weg gebracht werden soll.

Das könnte Sie auch interessieren

Zu diesem Vorhaben hielt Bene Müller von der Firma Solarcomplex AG aus Singen einen aufschlussreichen Vortrag. Das im Jahr 2000 aus einer Bürgerinitiative entstandene Unternehmen plant, entwickelt und betreibt Freiland Solarkraftwerke, Windkraftanlagen sowie Nahwärmenetze. Dass dies sowohl für das Klima, als auch wirtschaftlich eine Erfolgsgeschichte sein kann, zeigte Müller, anhand des Beispiels Bonndorf auf. Bereits 270 Haushalte und zwei Unternehmen werden dort mit regenerativer Energie beliefert. Hellhörig wurde die Versammlung bei der Betrachtung der Kosten für den Endverbraucher. Müller stellte nachvollziehbar dar, dass das Modell Bonndorf neben der jährlichen Co2-Einsparung von 4500 Tonnen, auch wesentlich kostengünstiger für den Verbraucher kommt: „Wir haben in der Vergangenheit gelernt, dass wir die Bürger nur mit ins Boot holen können, wenn wir günstiger als die fossilen Alternativen sind“, erläuterte Müller.

Das könnte Sie auch interessieren

Einen weiteren Vorteil sieht Bene Müller bei der Gegenüberstellung der Preisentwicklung. Während der Öl-und Gaspreis großen Schwankungen unterliegt, ist der Preis von Holzschnitzel und Pellets gleichbleibend stabil. Auch die aktuelle Gesetzeslage, die einen 15 prozentigen Anteil an regenerativen Energien vorsieht, spricht für ein Nahwärmenetz: „Mit diesem Modell sorgen sie für die Zukunft vor.“ Einen ersten Interessenten nannte Bürgermeister Thomas Schäuble mit der ortsansässigen Firma Simmler, die beabsichtige ihre überschüssige Wärme aus der Dampfproduktion in ein Wärmenetz zu geben. Mit dieser könnte ein Nahwärmenetz in angrenzenden Wohngebieten betrieben werden. Im Hinblick auf die großen Bauvorhaben wie die Ortskernsanierung Oberlauchringen und dem Lauffenmühle Areal beschloss der Gemeinderat einstimmig, dieses Konzept weiter zu verfolgen.