Es ist viel ruhiger als sonst. Mit roten Bändern ist der Bereich um die Bedienungstheke abgesperrt. Abstand halten, heißt die Devise auch im Rathaus Lauchringen. Laura Schmidt und Tamara Wölm haben heute Dienst im Bürgerbüro. Sie sind trotz Coronakrise gut gelaunt. So scheint es jedenfalls auf den Fotos.

Kontakte möglichst vermeiden

Wie in vielen anderen Kommunen arbeitet die Verwaltung in Lauchringen im Notmodus. So gut wie möglich sollten Kontakte vermieden werden. 18 Mitarbeiter sind im Rathaus unter normalen Umständen beschäftigt. Seit 1. April lässt Bürgermeister Thomas Schäuble in zwei Schichten arbeiten. Das heißt: Neun Mitarbeiter sind von 7 bis 12.30 Uhr da, die anderen Neun kommen um 13 Uhr und arbeiten bis um 19 Uhr. Am, nächsten Tag wechselt es. Dann kommen die Neun aus der „Mittagschicht“ am Morgen, die anderen am Nachmittag.

Fehlende Stunden im Home Office

„Alles ist strikt getrennt, es darf keine Überschneidungen geben“, sagt Schäuble. Er selbst ist an diesem Morgen am Telefon in seinem Zuhause in Oberlauchringen zu erreichen. „Unsere Mitarbeiter kommen natürlich nicht auf die vollen Stunden, aber sie können im Home Office weiterarbeiten und ihr Soll erfüllen“, erklärt der Rathauschef. Alles läuft nach dem Prinzip des Vertrauensarbeitsnachweises, in Absprache mit den Amtsleitern, die alles überwachen und koordinieren.

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Ein Teil der Rathaus-Beschäftigten hat einen direkten Zugriff auf den Rechner im Verwaltungsgebäude. Schäuble: „Jedes Amt hat Zugang zu den Daten.“ Während er zu Hause arbeitet, vertritt ihn Hauptamtsleiter Robert Bank im Rathaus. Schäuble nennt ihn seinen „innerdienstlichen Vertreter“. Draußen werden bei Bedarf die Bürgermeisterstellvertreter aus dem Gemeinderat aktiv.

So geht‘s auch: Laura Schmidt erledigt die Anfrage einer Bürgerin durch das Fenster.
So geht‘s auch: Laura Schmidt erledigt die Anfrage einer Bürgerin durch das Fenster. | Bild: Gisela Gloderer

Der Zweck dieses Krisen-Arbeitsmodells ist einfach und klar: Wenn sich einer aus dem Rathausteam infiziert, ist nicht das ganze Haus betroffen. „In diesem Fall müssten nur neun Leute in Quarantäne. Wir wollen den Dienstbetrieb auf jeden Fall aufrecht erhalten“, betont Schäuble.

Keine gemeinsame Mittagspause

Die Beschäftigten des Bauhofs und der Gärtnerei arbeiten normal. Dennoch gelten auch für sie Regeln. Sie arbeiten in getrennten Kolonnen, sie dürfen keine gemeinsame Mittagspause machen, und sie sollen alle notwendigen Gespräche mit Abstand halten.

Im Notfall steht Ersatzmann bereit

Auch für den Fall, dass zum Beispiel eine Schlüsselposition wie die des Wassermeisters ausfalle, habe man einen Plan. Für diesen Fall sei die Gemeinde mit einem zweiten Mann, so zu sagen aus der Reserve, abgesichert. Im schlimmsten Fall könne man auch einen Dienstleister dazu holen.

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Vorerst denkt die Verwaltung nicht darüber nach, das Rathaus für den Publikumsverkehr zu schließen. Allerdings sollten auch hier Kontakte vermieden werden. Schäuble: „Die Leute sollen sich überlegen, ob ein Behördengang dringend notwendig ist.“ Wer zum Beispiel einen Pass beantragen will, kann vorher anrufen, die Mitarbeiter bereiten alles vor.

Ein Schild macht die Menschen darauf aufmerksam, das Rathaus in Lauchringen nur in dringenden Fällen zu betreten.
Ein Schild macht die Menschen darauf aufmerksam, das Rathaus in Lauchringen nur in dringenden Fällen zu betreten. | Bild: Gisela Gloderer

Es habe einige Tage gedauert, bis sich seine Mitarbeiter auf den Krisenmodus eingestellt hätten, resümiert Schäuble, aber jetzt laufe alles recht rund.

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