So schnell verliert Bernhard Loll, Kommandant der Feuerwehr Lauchringen, seine gute Laune normalerweise nicht. Doch auch ihn stimmt die Corona-Krise nachdenklich. Nicht nur, dass bis auf Weiteres nicht geprobt werden kann, Loll vermisst den persönlichen Kontakt zu seinen Kameraden, überhaupt das Gesellige.

Sie halten sich an die Empfehlungen

Wir erreichen ihn in der Wache im Gerätehaus im Lauchringer Gewerbegebiet Wiggenberg. Einmal ertönt das Freizeichen, Loll geht sofort ans Telefon. Um ihn herum ist es still. „Ja, alles ist ziemlich eingeschränkt“, sagt der 53-Jährige. Die Frage ob und wie zurzeit geprobt wird, kann er schnell beantworten: „Gar nicht.“ Man könne darüber nachdenken, in Kleingruppen zu proben. Loll ist es aber wichtiger, sich an die Empfehlungen zu halten, und dass sich seine Leute schützen und die Wehr einsatzbereit bleibt.

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Mit Blick auf die Fallzahlen macht er sich immer noch Sorgen. „Wenn jemand den Virus mitschleppt, was ist dann. Ist nur einer dabei, und wir mit 40 Mann proben, fällt womöglich hinterher die halbe Mannschaft aus“, gibt der Hauptbrandmeister zu bedenken. „Kommt der ganze Lockdown noch mal? Wir wissen es nicht. Ich denke, man sollte noch nicht ganz so forsch sein.“ Fürs Wochenende stand eine große, ganztägige Übung mit dem Rettungsdienst auf dem Plan. Sie wurde abgesagt.

Vorkehrungsmaßnahmen für den Ernstfall

Klar ist, wenn‘s brennt, muss die Feuerwehr ausrücken. Die Lauchringer Wehr ist trotz allem gut vorbereitet. Desinfektionsmittel und Schutzausrüstung liegen bereit. Alle Schutzmaßnahmen werden eingehalten. Loll: „Jeder, der das Feuerwehrhaus betritt, desinfiziert sich und legt den Mund-Nasen-Schutz an. FFP2-Masken liegen sowieso in den Fahrzeugen.“

Kleinere Einsätze problemlos gemeistert

Kleinere Einsätze habe es in dieser Zeit bereits gegeben. Ölspurbeseitigung, Personenrettung. „Es hat gut geklappt, die Leute haben auf Abstand gearbeitet, alle haben Masken und Mundschutz getragen“, berichtet Loll. Bei solchen kleinen Einsätzen werde ohnehin nicht die komplette Feuerwehr alarmiert, sondern einzelne Gruppen und Fahrzeuge. Die gebrauchten Ausrüstungsgegenstände würden nach den Einsätzen eingetütet und gereinigt.

Loll weiß, dass seine Leute privat viel trainieren. Besonders diejenigen, die sich auf das Deutsche Feuerwehr-Sportabzeichen vorbereiten. Die Wehr ist bereit, wenn sie alarmiert wird. Für ihn ist wichtig, dass alle Kameraden vom Virus verschont bleiben. Aber er hofft, dass er mit seinen Kameraden bald wieder proben und die Wehr sich auf Einsätze vorbereiten kann.

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Besonders vermisst er den persönlichen Kontakt. „Mir fehlen die Treffen.“ Womit er auch seine privates Umfeld meint. „Ostern konnten wir nix unternehmen, der Vatertag fällt aus, zu den Waldfesten geht man immer gerne hin, das Gesellige geht arg unter.“ Die für Juni geplante Berlinreise der Wehr ist abgesagt. „Schade“, sagt Loll.

Informationen im Internet:
http://www.feuerwehr-lauchringen.de

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