Mit der Übergabe eines Familienautos an eine unverschuldet in finanzielle Not geratene Familie aus Küssaberg fand jetzt eine bemerkenswerte Hilfsaktion ihren Abschluss.

Das Schicksal ereilte die 38-jährige Mutter der Familie Anfang März dieses Jahres, als sie mit ihren beiden Kindern mit schweren Behinderungen im Alter von sieben und 16 Jahren und einer Pflegerin auf der Landesstraße zwischen Küssaberg und Hohentengen in ihrem Auto mit einem rechtswidrig überholenden Auto frontal zusammenprallte. Dabei wurden alle Insassen schwer verletzt und die beiden Töchter mussten mit zwei Rettungshubschraubern in nahegelegene Kliniken transportiert werden. An beiden Autos war Totalschaden entstanden.

Da es sich bei dem Fahrzeug der Geschädigten um ein älteres Baujahr handelte, war der Schadenersatz nur gering. Belastet durch ein Baudarlehen war die Familie kurzfristig nicht in der Lage, ein wegen der behinderten Kinder dringend benötigtes familiengerechtes Auto zu beschaffen. Spontan organisierte Judith Wendt aus Klettgau, eine Arbeitskollegin der verunglückten Mutter, eine private Spendenaktion über die Internetplattform „Leetchi“.

Davon hat auch Marcel Wegmann, Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens in der Region, Kenntnis erhalten und sich verstärkt um die Familie gekümmert. Aufgrund seiner Initiative stellte auch der Lions Club Waldshut unverzüglich einen Spendenbeitrag zur Verfügung. „Ich fühle mich verpflichtet, der Familie Bielecki als Berater, Helfer und Fürsorger zur Seite zu stehen. Ich bin sehr dankbar, dass es meiner eigenen Familie gut geht und möchte daher denjenigen, bei denen dies nicht der Fall ist, helfend zur Seite stehen „, so Marcel Wegmann.

Um die Besorgung des Familien-Vans und Abwicklung aller Formalitäten hat sich der mit Marcel Wegmann befreundete Verkaufsleiter Fritz Schreiner vom Autohaus Tiefert in Lauchringen gekümmert. Mit großer Freude nahm Michaela Bielecki aus Reckingen das Fahrzeug entgegen. Es sei ihr ein großes Bedürfnis, sich bei allen Spendern, bei Freunden und Nachbarn für die Hilfe und Unterstützung in ihrer schweren Zeit nach dem Unfall herzlich zu bedanken. Das Auto bedeute eine große Erleichterung für den Transport der behinderten Kinder, von denen die siebenjährige Tochter auf einen nicht zusammenklappbaren Rollstuhl angewiesen sei, so Frau Bielecki.

Durch den von Judith Wendt organisierten Spendenaufruf im Internet kamen rund 14.000 Euro zusammen. Mit dem Spendenbeitrag des Lions Clubs konnte ein für den Transport der Kinder besonders geeignetes Fahrzeug im Gesamtwert von rund 22.000 Euro beschafft werden. Dazu gab es ein Sorglospaket mit Kostensicherheit für zwei Jahre und den Kundendienst mit der Hauptuntersuchung, gesponsert vom Autohaus Tiefert, eine zweijährige Garantieverlängerung der Firma Car-Garantie Freiburg, im Wert von 700 Euro, sowie den Versicherungsbeitrag zum Selbstkostenpreis der AXA-Versicherung Oliver Görlich aus Tiengen.