„Bei uns bewegt sich was“, heißt das Motto des Turnvereins Lauchringen. So prangt es auf Bannern, in den Logos und auf der Startseite der TV-Homepage. Der TV ist nicht nur mit einer der aktivsten Vereine, mit 1071 Mitgliedern (Stand 31.12.2019) auch der größte Verein in der Gemeinde. Er bietet eine große Palette an Sportangeboten für die Kleinsten bis zu den Senioren.

Die Vorsitzende klingt traurig

Seit Beginn der Corona-Krise hat sich jedoch alles schlagartig geändert. Der Sportbetrieb ruht komplett. TV-Vorsitzende Brigitte Weber klingt am Telefon fast schon etwas traurig darüber, dass besonders das Gesellige leidet. Der oft zitierte Lockdown trifft den Turnverein offensichtlich besonders hart.

Turnen, Gymnastik, Volley-, Basketball, Badminton, Ski und Snowboard. Beim Turnverein tut sich unter normalen Umständen tatsächlich etwas. Es wimmelt nur so von Sporttreibenden in den Hallen, draußen auf den Sportplätzen und Skipisten. Das macht Weber stolz. Jetzt ist sie eher nachdenklich, und sie macht sich große Sorgen.

Sie denkt besonders an die Senioren

„Für den Verein ist alles sehr schlimm, alles hat abrupt geendet, die Leute sehen sich nicht mehr, das gesellige Beisammensein fehlt“, bedauert die 62-Jährige. Sie spricht aus der Seele. Sie beschreibt das tolle Klima, das üblicherweise vor allem in den Seniorengruppen herrscht: „Sie treffen sich jede Woche zur Gymnastik, sie wollen sich sehen, hinterher gemeinsam Geburtstage feiern und austauschen. Unter Vielen bestehen Freundschaften.“

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Dasselbe gilt auch für den Vorstand. Die Führungsriege kann sich nicht zu Sitzungen treffen. Bis vergangene Woche war kein Lokal geöffnet. Das Nötigste haben einzelne Vorstände am Telefon besprochen. Weber: „Wir sprechen uns in einzelnen Bereichen ab.“ Die Hauptversammlung hat der Verein eben so noch durchziehen können. Seither herrscht weitgehend Funkstille.

Einige Veranstaltungen abgesagt

Einige Veranstaltungen hat der Turnverein absagen müssen: die Vereinsmeisterschaften Ende April, das Kinderforum des Markgräfler-Hochrhein-Turngaus, die traditionelle Übungsleiter-Zusammenkunft. Das Ski- und Snowboard-Programm ist nicht abgeschlossen. Weber hofft, dass der Fitnesstag am 18. Oktober und das Nikolausturnen am 6. Dezember durchgeführt werden können.

Ein kleiner Lichtblick

Einen kleinen Lichtblick gibt es mit der möglichen Öffnung der Sportstätten. Mit dem Start des Trainings für das Sportabzeichen will der Turnverein ein Zeichen setzen. Sobald das Ordnungsamt in der Gemeindeverwaltung grünes Licht gibt, soll es losgehen. Hierfür haben sich Vereinsvertreter der Lauchringer Sportvereine bei Bürgermeister Thomas Schäuble getroffen. Webers Lebenspartner Ernst Aerni hat ein Konzept erarbeitet und vorgelegt. Jetzt wartet er auf die Zustimmung.

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„Die Vorgaben sind massiv“, sagt er. Maximal fünf Personen dürfen sich auf 1000 Quadratmetern unter Einhaltung der strengen Hygiene- und Abstandsregeln bewegen. Jeder Teilnehmer muss auf einer Liste erfasst werden. Die Sportgeräte müssen nach jedem Gebrauch desinfiziert werden. Die Übungsleiter haben eine Aufsichtspflicht. Um nur einiges zu nennen. „Das Ganze ist schwer umzusetzen“, weiß Weber, „wir machen es so, bis wir wieder etwas Neues auf dem Tisch haben.“

Wenigstens hat der Verein im Gegensatz zu anderen keine finanziellen Verluste. „Wir haben in dem Sinn keine fixen Kosten zu tragen“, erklärt Weber. Ihren Optimismus hat sie nicht verloren: „Wir wohnen in einer wunderbaren Gegend, hier kann man vieles unternehmen.“ Und sie hofft, dass bald wieder die Normalität einkehrt. „Ich grüße unsere Mitglieder und freue mich darauf, dass wir wieder gesund und munter gemeinsam aktiv sein können.“

Informationen im Internet:
http://www.tv-lauchringen.de

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