Diskussionen um den Kindergarten St. Vinzenz in Unterlauchringen hat es in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Lauchringen gegeben. Im Vorfeld hatte Architekt Franz Michler bei einer Begehung eine Mängelliste erstellt. Das Ergebnis stellte nun er dem Gemeinderat vor.

Der eingeschossige, teilunterkellerte Kindergarten wurde 1980 erbaut und 1996 erweitert. Aufgrund des Alters und der gestiegenen Anforderungen entspricht das Gebäude nicht mehr dem Stand der Technik. Anhand der Präsentation konnten sich die Gemeinderäte davon überzeugen, dass Handlungsbedarf besteht. Der Maßnahmenkatalog umfasst die Behebung der Mängel im Brandschutz, der Fluchtwege, beim sommerlichen Wärmeschutz und der Undichtigkeiten im Flachdach. Michler empfahl der Gemeindeverwaltung eine umfassende Sanierung. Die überschlägig ermittelten Kosten belaufen sich auf circa 1,6 bis 2 Millionen Euro. Seine Empfehlung untermauerte der Architekt mit dem Argument, dass ein Neubau teurer wäre und dass der Kindergarten seinen eigenen Charme hätte.

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Die Gemeinderäte Hermann Pfau und Oliver Roters sowie Bürgermeister Thomas Schäuble schlossen sich der Meinung des Architekten an. Pfau argumentierte, dass wir in Zeiten des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit lebten. Roters sagte: „Das vorhandene Grundstück ist angesichts des steigenden Bedarfs an Kindergartenplätzen nicht geeignet. Ich würde es bevorzugen, einen zusätzlichen Kindergarten in Betracht zu ziehen. Schäuble schloss sich dieser Meinung an und sagte: „Bei einem Neubau rechnet man pro Gruppe mit einem Investitionsvolumen von circa 850.000 Euro.“ Er verwies auch auf die Tatsache, dass durch das Wachstum der Gemeinde der Bedarf um eine Kindergartengruppe pro Jahr wächst.

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Anders war die Meinung von Audrein James und Philipp Schmidt-Wellenburg. Die Anforderungen an einer Kindertagesstätte hätten sich geändert. Beispielsweise verlange die Ganztagesbetreuung einen höheren Platzbedarf. Benjamin Scholz-Tautz ergänzte, dass er es für fraglich halte, ob die Kostenschätzung von zwei Millionen Euro ausreichend sei. Am drastischsten drückte es Karl Stärk aus: „Wir dürfen hier kein Geld mehr reinschießen. Es gibt mich für mich keine Alternative zu einem Neubau.“

In Zeiten des Klimawandels spielt die Wärmedämmung eine immer größer werdende Rolle. Im Unterlauchringer Kindergarten St. Vinzenz wird dies zu einem Problem. Das 1980 erbaute Gebäude mit seinen großen Fensterflächen erweist sich immer mehr als Treibhaus. Die Räume müssen kostenintensiv mit Klimaanlagen gekühlt werden.
In Zeiten des Klimawandels spielt die Wärmedämmung eine immer größer werdende Rolle. Im Unterlauchringer Kindergarten St. Vinzenz wird dies zu einem Problem. Das 1980 erbaute Gebäude mit seinen großen Fensterflächen erweist sich immer mehr als Treibhaus. Die Räume müssen kostenintensiv mit Klimaanlagen gekühlt werden. | Bild: Rolf Sprenger

Ulrich Schäfer empfahl, dass „wir uns für beide Varianten belastbare Zahlen besorgen müssen“. Außerdem solle die Gemeindeverwaltung prüfen, in welcher Höhe Fördermittel zur Verfügung stehen würden. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.

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