Seit genau zehn Jahren gibt es bei den Frauen der Siedlergemeinschaft Oberlauchringen eine sogenannte Herzkissengruppe, die es sich unter dem Motto „Nähen mit Herz“ zum Ziel gesetzt hat, für Brustkrebspatientinnen spezielle Kissen zur Linderung der Schmerzen nach der Brustoperationen anzufertigen.

Jung und alt engagieren sich: Auf dem Bild Näherin Ruth Nirk-Spitznagel (rechts) mit dem jüngsten Mitglied der Nähgruppe aus ihrer Nachbarschaft, Lola Manz Torres (10).
Jung und alt engagieren sich: Auf dem Bild Näherin Ruth Nirk-Spitznagel (rechts) mit dem jüngsten Mitglied der Nähgruppe aus ihrer Nachbarschaft, Lola Manz Torres (10). | Bild: Siedlergemeinschaft Oberlauchringen

Nach der Erkrankung einer Kollegin aus der Frauengruppe der Siedler suchten damals Ellen Anticevich und Verena Wunderlich nach einer Idee, wie sie der Kollegin und weiteren erkrankten Frauen etwas Gutes tun konnten. Dabei stießen sie im Internet auf die Herzkissen, die durch eine spezielle Form und Füllung besonders geeignet sind, Brustschmerzen als Folge von Brustoperationen zu lindern.

Aus einer vermeintlich kleinen Idee hat sich aber eine außergewöhnliche und bis heute zehnjährige Aktion entwickelt. Die Gruppe hat sich innerhalb kurzer Zeit auf insgesamt 21 Frauen vergrößert, die sich bis zum Beginn der Coronapandemie regelmäßig im Vereinsheim in Oberlauchringen getroffen haben, um Herzkissen zu nähen.

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Seit der Kontaktbeschränkung durch Corona nähen und verarbeiten die Frauen die Herzkissen bei sich zu Hause. Dazu gibt es ein besonderes Konzept, bei dem alle mithelfen. Die Materialien für die Herzkisssen werden ausschließlich durch Spenden rekrutiert. Bisher wurden hauptsächlich das Brustzentrum in Rheinfelden und die Klinik Singen mit Herzkissen bedacht. Aber auch nach Freiburg und an Patientinnen in der näheren Umgebung wurden schon Herzkissen und weitere Artikel gespendet.

Die Näherinnen haben schon seit geraumer Zeit ihr Angebot mit Umhängetaschen für Drainageflaschen und Mützen für Chemopatientinnen erweitert. Die Übergabe der Utensilien war oft verbunden mit einem gemütlichen Treffen mit dem Klinikpersonal und auch mit Patienten. Seit Corona müssen diese Kontakte unterbleiben. „Wir vermissen unsere gemütlichen Treffen sehr, aber wir sind froh, dass wir einen Weg gefunden haben und weiterhin Herzkissen anfertigen können“, schildert die Verantwortliche der Herzkissengruppe, Verena Wunderlich.

So erfolgt zum Beispiel die Übergabe der Artikel für das Brustzentrum in Rheinfelden seit Corona auf halbem Weg im Freien auf einem Parkplatz in Bad Säckingen. Zu ihrem zehnjährigen Bestehen können die Näherinnen auf eine stolze Bilanz zurückblicken. Sämtliche Arbeitsstunden, die die Näherinnen bisher geleistet haben, erfolgten ehrenamtlich. „Immer wieder erreichen uns Dankesbriefe und Telefonanrufe von Patientinnen, die sich für die gespendeten Artikel liebevoll bedanken. Das ist für uns der schönste Lohn“, so Verena Wunderlich. Gleichzeitig bedauert sie, dass wegen Corona das Jubiläum nicht gefeiert werden kann.

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