Hans-Peter Cheret (Wutöschingen), stellvertretender Vorsitzender der Lebenshilfe Südschwarzwald, spricht von einem Jahrhundertprojekt. Der Verein plant den Umzug des bisher in Tiengen ansässigen interdisziplinären Beratungs- und Frühförderzentrums (BFZ) in das neue Baugebiet Riedpark in Lauchringen. Dort entsteht ein neuer Gebäudekomplex der Riedpark Süd Verwaltungs GmbH.

Keine Möglichkeit für Erweiterung

„Die Räume in der Zeppelinstraße in Tiengen sind zu klein für die Bedürfnisse der Kinder, alles ist sehr beengt, und wir haben keine Ausdehnungsmöglichkeiten“, erklärt Cheret in einem Telefonat mit unserer Zeitung.

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Vor knapp 30 Jahren hat die damalige Lebens­hilfe für geistig und körperlich Behinderte, Gebiets­ver­einigung Klettgau/Hoch­rhein, das Frühförderzentrum in Tiengen auf 380 Quadratmetern eingerichtet. In einer Broschüre des Vereins heißt es: „Die Vorgaben für Therapieräume, auch Brandschutz und weitere betriebliche Vorschriften können nicht mehr eingehalten werden. Wir leiden bereits jetzt unter Raumnot.“

Angemessene Infrastruktur fehlt

Trotz aller Bemühungen seien eine angemessene Infrastruktur mit Parklätzen vor dem Haus und eine schnelle Internetlösung nicht realisierbar. Zudem benötige die Einrichtung aufgrund der großen Nachfrage mehr Personal.

Zwei packen an: Hans-Peter Cheret (links) und Wulf Schmidt, die beiden Vorsitzenden des Vereins Lebenshilfe Südschwarzwald, bei der Dobelmühle in Bonndorf. Sie sind schon viele Jahre im Verein aktiv.
Zwei packen an: Hans-Peter Cheret (links) und Wulf Schmidt, die beiden Vorsitzenden des Vereins Lebenshilfe Südschwarzwald, bei der Dobelmühle in Bonndorf. Sie sind schon viele Jahre im Verein aktiv. | Bild: Martha Weishaar

Intensiv habe der Verein in Waldshut-Tiengen nach einer geeigneten Immobilie gesucht. Ohne Erfolg. In Lauchringen im neu entstehenden Komplex mit Wohn- und Geschäftshäusern wurde man fündig.

Perfekte Voraussetzungen

„Hier finden wir die perfekten Voraussetzungen für ein professionelles Arbeiten“, heißt es. Lauchringen liege unweit des jetzigen Standorts. Die Gemeinde habe eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, schnelles Internet stehe zur Verfügung. Spätestens anfangs 2022 soll die BFZ im Obergeschoss des Neubaus auf 580 Quadratmetern neu eingerichtet werden. Der Vertrag mit den Investoren ist bereits unterschrieben.

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Die Lebenshilfe mietet den veredelten Rohbau, um die Miete auf 11 Euro pro Quadratmeter zu reduzieren. Den Innenausbau will der Verein also selbst schultern. „Alles, was wir brauchen richten wir selbst ein“, erklärt Cheret. Dafür sind maximal 200.000 Euro kalkuliert. Der Verein rechnet mit einem Investitionszuschuss von der Aktion Mensch von 50 Prozent. 100.000 Euro sollen über Spenden und Sponsoring finanziert werden.

Ein wichtiger Schritt in die Zukunft

Das Mietverhältnis sei zunächst auf zehn Jahre unkündbar angelegt. Es könne zwei Mal fünf Jahre verlängert werden. Nach 20 Jahren gehe das Mietverhältnis in ein gewöhnliches, unbefristetes über. „Unsere Investitionen sind damit für einen sehr langen Zeitraum abgesichert“, lautet die Information in der Broschüre. Und Cheret versichert, dass die Einrichtung einen wichtigen Schritt in die Zukunft tut.

Im BFZ werden Kinder zwischen Geburt und Einschulung versorgt, wenn sie eine Behinderung haben oder sich eine abzeichnet. Die Einrichtung berät auch zu allen Fragen zur Entwicklung des Kindes und bei Auffälligkeiten. Sie ist vom Land Baden-Württemberg als interdisziplinäres Beratungs- und Frühförderzentrum anerkannt. Über 100 Kinder nehmen jährlich ihre Leistungen in Anspruch.

Spendenkonto: Wer das Projekt und den Verein unterstützen will, kann auf das Konto DE95 6845 2290 0077 0224 81 einzahlen.

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