Es knackte. Bäume brachen unter der Schneelast zusammen. Sie blockierten die Reiherwaldstraße in Unterlauchringen, somit die Zufahrt zum Logistikzentrum im Gebäude des ehemaligen Hochregallagers des Textilherstellers Lauffenmühle und Vereinsheim des Schützenvereins. Unheimlich.

Der Schreck für die 14 Mitarbeiter eines ortsansässigen Unternehmens, das das Logistikzentrum vor einem Jahr in Betrieb genommen hatte, muss groß gewesen sein. Sie verbrachten die Nacht vorsichtshalber an ihrem Arbeitsplatz, bevor die Bergwacht aus Höchenschwand und Bernau sie am nächsten Morgen aus der Lage befreite.

Die unter der Schneelast eingeknickten Bäume blockieren die Zufahrtsstraße.
Die unter der Schneelast eingeknickten Bäume blockieren die Zufahrtsstraße. | Bild: Thomas Schäuble

Als Arbeiter ihre Mittagsschicht angetreten hatten, ahnten sie noch nicht, was auf sie zukommen würde. Der anhaltende, heftige Schneefall sorgte nicht nur für Chaos auf der Straße, sondern setzte auch den Bäumen zu. Der Schnee war irgendwann einfach zu schwer. Die Bäume knickten ein und krachten quer auf die Zufahrtsstraße.

Keine Chance für die Feuerwehr

Die verständigte Feuerwehr konnte nichts tun. Zu gefährlich. Der Ausweg über den Hang hinter dem Gebäude war ebenso nicht möglich. Das Unternehmen entschied schließlich, dass die Mitarbeiter im Gebäude bleiben. Die Wehrmänner sperrten die Straße. Die Nachtschicht konnte ihren Dienst erst gar nicht antreten.

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Lauchringens Bürgermeister Thomas Schäuble berichtete über den Einsatz am vergangenen Wochenende, der neben Feuerwehr und Bergwacht einen Landwirt, Förster und den Gemeindebauhof beschäftigte: „Bei diesen vielen Stämmen war nichts zu machen. Wir mussten bis zum nächsten Morgen warten.“

Bernhard Loll, Kommandant der Lauchringer Feuerwehr bestätigte: „Durch den Wald zu kommen, war definitiv nicht möglich.“ Selbst am nächsten Tag sei es nicht einfach gewesen, die Leute über den steilen Hang herauszuholen. Feuerwehr und der hinzu gerufene Forstmann aus Dangstetten konnten nicht viel tun.

Zwei Schneefahrzeuge im Einsatz

Die Feuerwehr forderte die Helfer der Bergwacht Höchenschwand und Bernau an. Die Wehrleute hatten inzwischen eine Schneise an der Böschung, die an die Weide grenzt, frei gelegt. Schäuble: „Sie mussten den Zaun frei schneiden, dann haben sie die Arbeiter abgeseilt.“

Neun Bergretter legten laut Schilderung von Matthias Schübel, Bereichsleiter der Bergwacht für die Landkreise Waldshut und Schwarzwald-Baar, ein Seilgeländer an. „Mit zwei Schneefahrzeugen haben wir die Arbeiter zum Pferdehof gebracht“, beschreibt Schübel weiter.

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Um 11 Uhr am nächsten Tag waren die Arbeiter aus ihrer misslichen Lage schließlich befreit. Auf dem Allmendhof hätten sie sich erst einmal mit einer Mahlzeit stärken können, sagt Schäuble, bevor sie mit dem Taxi nach Hause chauffiert worden seien.

Damit war der Einsatz noch nicht vorbei. „Danach hatten wir gleich das nächste Problem“, schildert Thomas Schäuble, „wie wir die Bäume von der Straße bekommen, damit die Lastwagen zum Betriebsgebäude kommen und die Ware abholen können“. Unter Umständen wären Betriebsabläufe bei namhaften Herstellern ins Stocken geraten, wenn die Teile des Zulieferers nicht rechtzeitig hätten geliefert werden können.

Schäuble mobilisierte einen örtlichen Landwirt, der mit schwerem Gerät anrückte, und zwei Mitarbeiter mit Sägen. Nach fünf Stunden war die Straße von den Baumstämmen befreit. Die Mitarbeiter des Gemeindebauhofs räumten den Schnee. Laut Schäubles Information hätten die Arbeiter der Firma bereits am Sonntagabend wieder konfektioniert. Das Unternehmen konnte am Montag seine Teile ausliefern, sodass sie pünktlich beim Abnehmer waren.

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Die Polizei Waldshut-Tiengen hatte von diesem Vorfall keine Kenntnis, wie auf Nachfrage bei Pressesprecher Mathias Albicker zu erfahren war. Aber: Am selben Tag sei bereits am Morgen ein Lastwagen auf der „Pritsche“, der Landesstraße Richtung Küssaberg, stecken geblieben. Sie führt am Reiherwaldweg vorbei. „Eine Vollsperrung war notwendig“, sagt Albicker. An diesem Tag ging über die „Pritsche“ bis in die Nacht gar nichts mehr. Die Straßenmeisterei hatte die Straße gesperrt.