Schon Peter Alexander wusste in seinem Schlager „Die Kirschen in Nachbars Garten“, dass Obst, von fremden Bäumen stibitzt, besonders gut schmeckt.

Was von den meisten als Kavaliersdelikt angesehen wird, ist jedoch eine Straftat. Wer Maiskolben von Feldern einsammelt, Kohlköpfe aus Äckern gräbt oder Früchte von Bäumen pflückt, begeht nach §242 des Straf­ge­setzbuches einen Diebstahl. Bis 1975 nannte man dieses Delikt übrigens Mundraub.

Was woanders als Verbot gilt, ist in Lauchringen nun ausdrücklich erlaubt. Am Spielplatz „Hochstraße“ ließ die Gemeinde vor Jahren eine Streuobstwiese anlegen. In diesem Jahr fällt die Ernte dort so üppig aus, dass die Äste unter der Last der vielen Früchte zu brechen drohen.

Auf der Streuobstwiese in Lauchringen ist Pflücken ausdrücklich erlaubt.
Auf der Streuobstwiese in Lauchringen ist Pflücken ausdrücklich erlaubt. | Bild: Patrick Seeger

Weil es schade wäre, wenn die leckeren Äpfel verschimmeln oder als Fallobst verfaulen, fordert die Gemeinde in ihrem Mitteilungsblatt die Bürger auf, sich zu bedienen. „Wer Lust auf einen Apfel hat, pflückt sich einfach einen“, heißt es dort unterstrichen und mit Ausrufezeichen versehen.

Obstfreunde lassen sich da nicht zweimal bitten und werden bei diesem verlockenenden Angebot und mit dem Segen der Autoritäten beherzt zubeißen.

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