Es war ein bewegender, für Lauchringen ein historischer Moment, als Ulrike Holzwarth und Bürgermeister Thomas Schäuble die Urkunde zur Gründung der Ulrike-Holzwarth-Stiftung zur Förderung der Jugend-, Familien- und Altenhilfe, des Bildungs- und Erziehungswesens sowie des Wohlfahrtswesens in der Gemeinde unterzeichneten.

Damit machten sie am Donnerstagabend in der Gemeinderatssitzung den Weg frei für den Umzug des Familienzentrums (Faz) Hochrhein ins geplante Mehrgenerationenhaus am künftigen Berthold-Schmidt-Platz 7 im Riedpark. Die Stiftung wird mit einem Anfangsvermögen von 1,21 Millionen Euro ausgestattet. Die Stifterin stellt 1,2 Millionen, die Gemeinde 10 000 Euro zur Verfügung. Laut Treuhandvereinbarung ist das Startvermögen für das neue Familienzentrum vorgesehen.

Die 50 Zuhörer und Gemeinderäte im proppenvollen Sitzungssaal im Rathaus Lauchringen standen auf und applaudierten minutenlang. Bürgermeister Thomas Schäuble sprach von einem herausragenden Tag. "Es ist die erste Stiftung in der knapp 1160-jährigen Geschichte von Lauchringen", sinnierte der Rathauschef. Die Unterzeichnung der Stiftungsurkunde glich fast einem Staatsakt. Bürgermeister Schäuble sagte: "Für die Gemeinde war es ein Glück, dass Sie, Frau Holzwarth, das Familienzentrum als Gast besuchten. Sie lernten als erfolgreiche und starke Frau Menschen aus allen sozialen Schichten kennen. Diese neue Sicht aufs Leben ließ Sie nicht mehr los."

Ein bewegender Moment: Ulrike Holzwarth und Lauchringens Bürgermeister Thomas Schäuble unterzeichnen die Urkunde zur Gründung der Ulrike-Holzwarth-Stiftung.
Ein bewegender Moment: Ulrike Holzwarth und Lauchringens Bürgermeister Thomas Schäuble unterzeichnen die Urkunde zur Gründung der Ulrike-Holzwarth-Stiftung. | Bild: Michael Neubert

Er wünschte sich, dass die Stifterin mit ihrem Engagement andere Menschen anstecke und damit der Bestand des Faz dauerhaft gesichert werde. "Das private Vermögen mit anderen zu teilen, zeigt wahre Größe", so Schäuble. Jeder Erfolg der Stiftung werde der persönliche Verdienst von Ulrike Holzwarth sein. Er hoffe, dass weitere Menschen sich engagieren und dazu stiften.

Die Fraktionschefs verneigten sich und zollten der Stifterin großen Respekt. "Ulrike Holzwarth tut es nicht, um die Gemeinde zu entlasten, sondern um etwas für die Menschen in der Gemeinde und der Region zu tun", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner. Ratskollege Rainer Höhl (Freie Wähler): "Sie sehen, wo Hilfe nötig ist, und handeln. Sie sind ein Mensch der die Welt zum Guten verändert." Ulrike Holzwarth sei ein Segen für die Gemeinde, für die Menschen in Lauchringen, für das Faz, sagte Klemens Lampart (SPD). Andreas Harder, Geschäftsführer des diakonischen Werks als Träger des Faz, zeigte sich überwältigt und beeindruckt von dieser großzügigen Spende.

Sichtlich berührt schilderte die Stifterin Ulrike Holzwarth ihre Motivation: "Ich war am Anfang überrascht, wie viele Leute sich im Familienzentrum engagieren. Ich habe sofort Feuer gefangen. Unser Staat kann nicht alles stemmen." Jeder solle sich sozial engagieren, dann ginge es der Welt besser. Mit ihrem finanziellen Beitrag wolle sie etwas Gutes tun und ihren Teil dazu beitragen, den Manschen zu helfen, sie auf einen guten Weg zu bringen.

Das Stiftungsvermögen wird von der Gemeinde treuhänderisch verwaltet. Schon im September hatte der Gemeinderat der Besetzung des Stiftungsrats zugestimmt. Neben der Stifterin und Lauchringens Bürgermeister sitzen Steuerberater Werner Tröndle und Lauchringens Kämmerer Franz Tröndle im Gremium, das über die Vergabe der Mittel entscheidet.

Zur Person

UlrikeHolzwarth (67) führte bis zu ihrem Ausscheiden 2014 das von ihrem Mann gegründete, seit 1970 in der Schmittenau in Waldshut ansässige gleichnamige Unternehmen über 40 Jahre lang, so Bürgermeister Thomas Schäuble bei der Unterzeichnung der Stiftungsurkunde. Sie war ein Jahr im Gemeinderat der Stadt Waldshut-Tiengen und engagierte sich in der IG Schmittenau. Sie gehört heute noch dem Aufsichtsrat der Volksbank Hochrhein an. Seit drei Jahren ist die Witwe ehrenamtlich im Familienzentrum (Faz) Hochrhein in Lauchringen tätig.